Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2011

19:25 Uhr

München trauert, Kati Witt weint

Olympia-Verlierer warnen vor Schnellschuss für 2022

München bleibt das begehrte Ja-Wort vom IOC versagt. Die Stimmung nach der klaren Niederlage gegen Pyeongchang und dem Bewerbungsmarathon ist in der bayrischen Metropole und den München-2018-Machern im Keller. Doch einige richten den Blick bereits wieder nach vorne.

DOSB-Chef und IOC-Vizepräsident Thomas Bach tröstet nach der Verkündung des Austragungsortes für die Olympischen Winterspiele 2018 in Durban (Südafrika) Katarina Witt, die Vorsitzende der Bewerbergesellschaft „München 2018“. Quelle: dpa

DOSB-Chef und IOC-Vizepräsident Thomas Bach tröstet nach der Verkündung des Austragungsortes für die Olympischen Winterspiele 2018 in Durban (Südafrika) Katarina Witt, die Vorsitzende der Bewerbergesellschaft „München 2018“.

München„Wintertraum, ade!“: München 2018 trägt Trauer nach der deutlichen Niederlage im Rennen um die 23. Olympischen Winterspiele. Eine sichtlich mitgenommene Katarina Witt sagte nach der Vergabe an das südkoreanische Pyeongchang: „Es ist unheimlich schwer zu verstehen, wenn man wie wir heute so eine gute Präsentation abgeliefert hat.“ Mit tränenerstickter Stimme meinte die Doppel-Olympiasiegerin im Eiskunstlauf und Kuratoriums-Vorsitzende der deutschen Bewerbung weiter: „Heute müssen wir das erstmal alles sacken lassen, und dann müssen wir anfangen zu analysieren, woran das gelegen hat. Wir müssen uns erstmal sammeln.“

IOC-Vize und DOSB-Chef Thomas Bach war enttäuscht, zeigte sich aber gefasst. „Der Sport hat wieder gezeigt: Siege sind nicht alles. Aber Niederlagen sind auch nicht das Ende von allem“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Er machte aber auch klar, dass eine mögliche erneute Kandidatur für 2022 nicht überstürzt werden soll. „Das werden wir jetzt nicht entscheiden“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, am Mittwoch in Durban. „Wir werden in Ruhe drüber nachdenken, wie dieses Ergebnis zu deuten ist. Wir werden das sorgfältig analysieren und dann zu einer Entscheidung kommen. Es bleibt genügend Zeit, das zu überlegen“, sagte Bach.

Auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) warnte nach dem „enttäuschenden Ergebnis“ vor übereilten Entschlüssen oder Forderungen. „Da sollte jetzt keiner vorlaute Töne von sich geben. Da sollte man mal abwarten, wie die Willensbildung ist, wenn man die Dinge überschlafen hat“, erklärte Ude.

München hatte bei der Vergabe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) schon im ersten Wahlvergang gegen Pyeongchang verloren. Die Südkoreaner erhielten die absolute Mehrheit von 63 Stimmen, München bekam 25, das französische Annecy sieben.

IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg (Norwegen) ermunterte die Deutschen zu einem zweiten Anlauf. „Kaum ein Kandidat gewinnt beim ersten Mal. München sollte sich für 2022 nochmal bewerben, dann hätten sie gute Chancen zu gewinnen“, sagte Heiberg in Durban.

Winterspiele 2018 in Pyeonchang

Video: Winterspiele 2018 in Pyeonchang

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.07.2011, 20:30 Uhr

Gibt es denn keine anderen, ernsthafteren Probleme auf dieser (ohne Gott) verdammten Welt?!
Man kann heute mit Hilfe der Technik die sommerlichen olymischen Spiele auch in der Antarktis austragen; umgekehrt aber kann man auch die winterlichen olympischen Spiele auch in den Tropen und in den Wüsten austragen, kein Problem!!!
Die menschliche Heuchelei kennt keine Grenzen!!!

OttoKajetan

06.07.2011, 20:33 Uhr

Schwein gehabt, das Affentheater braucht kein Mensch. Unglaublich, dass auch für sowas Geld aus dem Fenster geschmissen wird, während wesentlich wichtigere Dinge auf der Strecke bleiben.
Aber eine vernünftige Infrastruktur ist ja auch nicht notwendig, Hauptsache die Unterhaltung der dekadenten Oberschicht läuft auf vollen Touren.

Account gelöscht!

06.07.2011, 20:36 Uhr

Dieser Kelch ist an den Bayern vorübergegangen. Nun wird der koreanische Steuerzahler vom IOC abkassiert. Welche normale Deutsche könnte oder wollte sich diese Eintrittspreise leisten? Spaß haben doch sowieso nur diejenigen, die vor Geld schon stinken, während die nach Anerkennung heischenden Sportler Kopf und Kragen riskieren. Glückwunsch an die Menschen vor Ort.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×