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20.10.2013

10:23 Uhr

Nach Coming Out

Schwuler NBA-Profi Collins weiter ohne Job

Im April gab der NBA-Profi Jason Collins bekannt, dass er schwul ist. So mutig war vor ihm noch kein nordamerikanischer Sportprofi während seiner aktiven Zeit. Doch sechs Monate später ist er immer noch auf Jobsuche.

Jason Collins wurde im Mai in New York der Courage-Award verliehen. Reuters

Jason Collins wurde im Mai in New York der Courage-Award verliehen.

Los AngelesEr hat sein Herz geöffnet - und steht jetzt vor verschlossenen Türen. Basketball-Profi Jason Collins ist ein halbes Jahr nach seinem Coming Out noch ohne Job. Am 29. April hatte er in einem Artikel der „Sports Illustrated“ sein jahrelanges Versteckspiel aufgegeben. „Ich bin ein 34 Jahre alter NBA-Center. Ich bin schwarz. Und ich bin schwul“, schrieb Collins und ging als erster homosexueller Sportler der vier nordamerikanischen Profiligen in die Geschichtsbücher ein.

Kobe Bryant, LeBron James und Steve Nash gratulierten umgehend, US-Präsident Barack Obama griff noch an jenem Montag zum Telefonhörer und sagte Collins persönlich, wie stolz er auf ihn sei. „Dies ist ein weiteres Zeichen, dass wir Leute fair behandeln, sie nach ihrem Charakter und ihren Leistungen beurteilen und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung“, betonte Obama.

Jason Collins hatte sich über diese Worte gefreut. Und dennoch wundert er sich, warum er nach seinem Outing immer noch keinen neuen Verein gefunden hat? Am 29. Oktober startet die NBA in ihre neue Saison. Collins ist seit 2001 immer dabei gewesen. Doch seine Hoffnung wird geringer und zugleich die Wahrscheinlichkeit größer, dass der 2,13 Meter-Mann den Saisonauftakt wohl diesmal von der heimischen Couch aus verfolgen muss. „Ich möchte nicht spekulieren. Aber ganz ehrlich, ich denke, dass ich besser bin als einige Spieler, die derzeit in der Liga sind“, sagt er selbstbewusst.

Doch was passiert, wenn Collins auch weiterhin keinen Verein findet? „ESPN“ warf für diesen Fall auf seiner Internetseite schon mal die Frage auf, ob Collins' Outing dann „eher symbolisch“ war oder dennoch als „langfristig wichtiger Moment“ anzusehen ist? Rick Welts hat zwar keine Antwort darauf, weiß aber genau, wie sich Collins fühlt. Welts ist Team-Präsident der Golden State Warriors. Nachdem er fast 25 Jahre lange seine Beziehungen zu Männern geheim hielt, machte Welts im Frühjahr 2011 seine Homosexualität öffentlich - als erster NBA-Offizieller.

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