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02.02.2005

18:20 Uhr

Nach den Vorwürfen von Hoyzer

Ermittlungen in der Bundesliga

In der Fußball-Betrugsaffäre hat die Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwoch bundesweit zahlreiche Wohnungen durchsuchen lassen. Die Ermittlungen richten sich mittlerweile gegen 25 Beschuldigte, darunter den Essener Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen.

Die Wohnung von Schiedsrichter Jürgen Jansen - hier auf dem Weg in die DFB-Zentrale - wurde heute morgen durchsucht. Foto: dpa

Die Wohnung von Schiedsrichter Jürgen Jansen - hier auf dem Weg in die DFB-Zentrale - wurde heute morgen durchsucht. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Neben dem zurückgetretenen Schiedsrichter Robert Hoyzer zählten seine Kollegen Jansen, Felix Zwayer, Dominik Marks, der Schiedsrichterbetreuer Wieland Ziller sowie 14 Spieler zu den Beschuldigten, erklärte die Staatsanwaltschaft in Berlin. Sie würden verdächtigt, mindestens zehn Partien der Ersten und Zweiten Bundesliga, der Regionalliga sowie des DFB-Pokals 2004 zu Gunsten von Sportwetten manipuliert zu haben. Dabei sei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Die Konten der drei verhafteten Gebrüder S., die in Berlin ein Wettbüro betrieben hatten, seien mit einem Bestand von 2,44 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Aus dem Umfeld der Brüder stammten die übrigen Beschuldigten. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger forderte eine lebenslange Sperre für Schiedsrichter, die Spiele manipuliert haben.

Ermittler: Wetten auch im Ausland platziert

Insgesamt seien in zehn Bundesländern 32 Wohnungen von 19 Beschuldigten durchsucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dabei hätten mehr als 150 Polizisten Beweismaterial sicher gestellt. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Gebrüder S. bei verschiedenen Wettanbietern im In- und Ausland ihre Wetten auf die manipulierten Spiele platzierten. Ihr Vermögen sei beschlagnahmt worden, um Regressansprüche Geschädigter befriedigen zu können.

Zu den beschuldigten Spielern zählen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Thijs Waterink (SC Paderborn), Tomislav Piplica, Laurentiu Reghecampf (beide Energie Cottbus), Markus Ahlf, Steffen Karl (Chemnitzer FC) sowie Ignjac Kresic und Torsten Bittermann (Dynamo Dresden). Weitere Beschuldigte spielten für die Vereine LR Ahlen und Kickers Offenbach. DFB-Chef Zwanziger sagte in Frankfurt, wer Spiele manipuliert habe, könne kein Schiedsrichter mehr sein. Noch am Abend werde der Deutsche Fußball-Bund die Akten der Staatsanwaltschaft einsehen. Der DFB werde am Donnerstag die Öffentlichkeit informieren.

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