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06.10.2011

14:55 Uhr

Nach Ende der Sperre

Dopingsünder dürfen bei Olympia starten

Der Internationale Sportgerichtshof kippt die sogenannte Osaka-Regel: Nun dürfen Dopingsünder nach dem Ende ihrer Sperre an Olympischen Spielen teilnehmen - wohl auch die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein könnte bei den nächsten Olympischen Spielen wieder antreten. Reuters

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein könnte bei den nächsten Olympischen Spielen wieder antreten.

Frankfurt/LausanneDopingsünder dürfen nach Ende ihrer Sperre an Olympischen Spielen teilnehmen. In einer Grundsatzentscheidung hat der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne am Donnerstag die Regel 45 der Olympischen Charta für unzulässig erklärt.

Die sogenannte Osaka-Regel des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) besagt, dass ein Athlet, der länger als sechs Monate wegen eines Dopingvergehens gesperrt war, bei den nächsten Spielen nicht teilnehmen darf. Geklagt hatte das Nationale Olympische Komitee der USA (Usoc) in Vertretung des wegen Dopings für 21 Monate gesperrten 400-Meter-Olympiasiegers LaShawn Merritt.

Die am 27. Juni 2008 beschlossene Osaka-Regel verstoße gegen den Code der Welt-Antidopingagentur (WADA), begründete das dreiköpfige CAS-Gremium seine Entscheidung. In dem Vertragswerk, das auch vom IOC unterzeichnet wurde, ist eine Höchststrafe von zwei Jahren für ein Dopingvergehen festgelegt. Durch die Osaka-Regel, die 2012 erstmals greifen sollte, könnten Athleten bis zu drei Jahren gesperrt beziehungsweise unzulässigerweise doppelt bestraft werden, erklärte der CAS.

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) und IOC-Vizepräsident, erklärte in einer Stellungnahme: „Wir bedauern das Urteil des CAS, respektieren es aber. Die heutige Entscheidung hat uns allerdings überrascht, denn zuvor hatte es eine bestätigende Expertise des CAS gegeben. Die Osaka-Regel war dazu gedacht, die Rolle der Olympiamannschaften zu stärken und ihre Vorbildwirkung zu erhöhen. Wir treten nun dafür ein, dass der WADA-Code sobald als möglich geändert wird, damit diese Regel auf diesem Weg durchgesetzt werden kann.“

Der CAS hatte in seiner Urteilsbegründung darauf hingewiesen, dass das IOC eine Änderung des WADA-Codes anstreben könne, wenn es ehemalige Doper von Sommer- wie Winterspielen fernhalten wolle.

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