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31.12.2013

02:47 Uhr

Nach Skiunfall

Die Welt bangt um Schumi

Nach seinem Skiunfall schwebt der Rekord-Weltmeister weiter in Lebensgefahr. Die Ärzte diagnostizierten „weitverbreitete Verletzungen“ im Gehirn. Gut, dass sich Schumacher in Grenoble in besten Händen befindet.

Pressekonferenz zu Schumis Zustand

„Schumacher hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten“

Pressekonferenz zu Schumis Zustand: „Schumacher hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten“

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GrenobleNach seinem Skiunfall schwebt der Rekord-Formel-1-Weltmeister weiter in Lebensgefahr. Der Zustand von Michael Schumacher sei unverändert kritisch, hieß es auf einer Pressekonferenz am Montag. Im Gehirn hat er nach Angaben seiner Ärzte „weitverbreitete Verletzungen“ erlitten. Sein Zustand sei „außerordentlich ernst“. Schumacher wurde ins künstliche Koma versetzt. Eine weitere Operation sei zunächst nicht vorgesehen. Zu den Überlebenschancen den Weltmeisters wollten sich die Ärzte auf Nachfrage nicht äußern. Derzeit würden keinerlei Vorhersagen über den weiteren Verlauf angestellt, es werde nur beurteilt: „Wir sprechen noch nicht über Spätschäden, sondern konzentrieren uns allein auf die akute Behandlung und denken von Stunde zu Stunde. Wir versuchen, Zeit zu gewinnen.“

Die Ärzte sprechen in Bezug auf den Unfall von einem „mächtigen Aufprall“ mit „hoher Geschwindigkeit“. Dass trotz des Helmes sehr schwere Kopfverletzungen festgestellt worden seien, spreche für eine enorme Geschwindigkeit. Aus Rücksicht auf Schumachers Familie, die in Grenoble vor Ort ist, würden keinerlei anatomische Details veröffentlicht. Kurz nach dem Unfall sei Schumacher „aufgeregt und verwirrt“ gewesen. „Er konnte nicht auf Fragen antworten und hat keine normalen Reaktionen gezeigt“, teilte das Ärzteteam mit. Die Ärzte sprachen von Blutergüssen und Prellungen im Gehirn.

Die Familie des Ex-Rennfahrers bedankte sich für die riesige Anteilnahme nach dem Unfall. „Wir möchten die Medien zudem bitten, unsere Privatsphäre und die unserer Freunde zu respektieren und bedanken uns für ihre Unterstützung“, hieß es in einer Mitteilung, die Managerin Sabine Kehm im Namen der Familie verbreitete. Dank richtete die Familie auch an die Ärzte, die Schumachers schwere Kopfverletzungen in Grenoble behandeln. „Wir wissen, dass sie alles Mögliche tun, um Michael zu helfen.“

Der Kerpener war am Sonntag fünf Tage vor seinem 45. Geburtstag beim Skifähren in Méribel verunglückt. Er war mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt. Ohne Helm hätte er wohl keine Chance gehabt, hieß es von Seiten der Ärzte.

Skiunfälle von Prominenten

Michael Schumacher (Dezember 2013

Michael Schumacher verunglückt bei einem Skiunfall. Er hilft einem gestürzten Freund, verlässt die markierte Piste und fährt gegen einen Felsen. Er verliert die Kontrolle über die Ski und kracht mit dem Kopf auf einen Felsen. Im Krankenhaus von Grenoble wird er operiert.

Prinz Laurent (Februar 2013)

Der belgische Prinz Laurent verletzt sich bei einem Skiunfall in Österreich. Details über die Verletzungen wurden nicht bekannt.

Prinz Johan Friso (Februar 2012)

Der niederländische Prinz Johan Friso wird beim Skifahren in Österreich von einer Lawine verschüttet. Er fällt ins Koma. Knapp eineinhalb Jahren später stirbt er am 12. August 2013 im Alter von 44 Jahren.

Heather Mills (Mai 2011)

Heather Mills, die Ex-Frau von Beatles-Star Paul McCartney, stürzt schwer beim Skifahren am Mölltaler Gletscher in Kärnten. Sie erleidet einen Trümmerbruch am rechten Schulterblatt.

Dieter Zetsche (Dezember 2009)

Daimler-Chef Dieter Zetsche bricht sich auf einer Piste in Österreich die Schulter.

Natasha Richardson (März 2009)

Die britische Schauspielerin Natasha Richardson, Tochter von Vanessa Redgrave, stirbt an den Folgen eines Skiunfalls. Sie hatte sich im kanadischen Québec eine schwere Kopfverletzung zugezogen.

Dieter Althaus (Januar 2009)

Der frühere thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) stößt am Neujahrstag auf einer Piste in Österreich mit einer 41-Jährigen zusammen, die an den Verletzungen stirbt. Er selbst erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Wenige Monate später tritt er nach hohen Stimmverlusten bei der Landtagswahl zurück. Wegen fahrlässiger Tötung verurteilt ihn ein österreichisches Bezirksgericht zu einer Geldstrafe und Schmerzensgeld.

Arnold Schwarzenegger (Dezember 2006)

Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger bricht sich beim Skifahren in Sun Valley (US-Bundesstaat Idaho) das Bein. Der gebürtiger Österreicher gilt als besonders guter Skifahrer. Seine zweite Amtszeit muss der damalige Gouverneur von Kalifornien gut zwei Wochen später auf Krücken beginnen.

Prinzessin Mette-Marit (März 2002)

Die norwegische Prinzessin Mette-Marit bricht sich beim Skilaufen in den Osterferien in Lillehammer den rechten Knöchel.

Caroline von Monaco (Februar 2001)

Prinzessin Caroline von Monaco erleidet bei einem schweren Skiunfall am Arlberg in Österreich einen Kreuzbandriss.

Wenige Minuten nach dem Unfall waren die ersten Rettungskräfte vor Ort. Nach Angaben des Leiters der Skistation war Schumacher zu diesem Zeitpunkt noch ansprechbar. Zur weiteren Behandlung wurde der Ex-Rennfahrer in ein Krankenhaus in Grenoble verlegt. Bei seiner Ankunft lag er im Koma. Noch in der Nacht wurde er notoperiert, er liegt nun im künstlichen Koma.

Das Trauma-Zentrum der Klinik von Grenoble zählt zu den besten Einrichtungen dieser Art in Frankreich. Das 2007 gegründete Zentrum am Fuße der Alpen nimmt jährlich rund 1200 Verletzte auf. Jeder Fünfte davon ist ein Opfer von Bergunfällen – im Winter Ski- oder Snowboard-Unfälle, im Sommer Abstürze beim Bergsteigen oder Wandern.

Das hochspezialisierte Trauma-Zentrum, in dem Neurochirurgen, Radiologen, Anästhesisten und weitere Ärzte zusammenarbeiten, ist Teil der Uni-Klinik von Grenoble (CHU) und des Klinik-Unfall-Netzes Nord-Alpen (RENAU). In der diesjährigen Krankenhaus-Rangliste des Magazins „Le Point“ belegten die Trauma-Notaufnahme und die Neurochirurgie von Grenoble den Platz Zwei in ganz Frankreich.

Kommentare (27)

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knallERhaben@banktunnel.eu

30.12.2013, 11:42 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Otto

30.12.2013, 12:22 Uhr

Warum dieser Wirbel um diesen Herren? [...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Matthes

30.12.2013, 12:37 Uhr

[...] Wer sich beim Schifahren abseits der gesicherten Pisten bewegt, muss wissen, welches Risiko er eingeht!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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