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25.01.2005

22:35 Uhr

Nationalmannschaft gegen Bundesliga-Allstar-Team

Benefizspiel bringt Millionen für die Flutopfer

Der sportliche Wert stand nicht im Vordergrund, es zählte allein der gute Wille: Das Benefizspiel der Nationalmannschaft gegen ein Bundesliga-Allstar-Team endete zwar nur unentschieden, brachte dafür aber mehr als 4 Millionen Euro für die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien.

HB GELSENKIRCHEN. 51 904 Zuschauer in der Gelsenkirchener Arena AufSchalke bildeten am Mittwochabend einen würdigen Rahmen beim 2:2 (2:1) der deutschen Nationalmannschaft gegen eine All-Star-Auswahl. Nutznießer des Spiels werden die zum Teil langfristigen Projekte zum Wiederaufbau sein, die mit dem Reinerlös von mehr als vier Mill. ? finanziert werden sollen. In einer betont freundschaftlichen Begegnung erzielten Bernd Schneider (26.) und Gerald Asamoah (29.) die Tore für die DFB - Auswahl, Roy Makaay (28.) und Marek Mintal (50.) trafen für die vom Kölner Coach Huub Stevens betreuten Bundesliga-Ausländer.

Zum Erfolg der Hilfsaktion trugen auch die Nationalspieler bei, die vor Spielbeginn 200 000 ? spendeten. Nach Angaben von Teammanager Oliver Bierhoff soll mit dem Geld ein noch nicht bestimmtes Langzeitprojekt in einem der von der Flutwelle betroffenen Länder unterstützt werden. "Wir werden uns etwas einfallen lassen. Wir werden ein eigenes Projekt machen", kündigte Kapitän Michael Ballack an, der zugleich weitere solcher Spiele anregte: "Es muss nicht immer etwas passieren, um für einen guten Zweck zu spielen." Sein Münchner Teamkollege Makaay betonte: "Das Wichtigste heute war, Spaß zu haben und den Leuten etwas zu bieten."

Unter das Motto Spaß am Spiel statt Kampf um jeden Ball hatten Bundestrainer Jürgen Klinsmann und All-Stars-Coach Stevens die Partie gestellt, die unter anderem auch in den betroffenen Ländern Thailand, Indonesien, Sri Lanka und Indien sowie Hongkong und Singapur live übertragen wurde. Doch blieb der Unterhaltungswert beim Stelldichein der Stars oft nur gering, weil die Mehrzahl der insgesamt 42 eingesetzten Spieler jeglichem Verletzungsrisiko aus dem Wege ging und mit angezogener Handbremse spielte. Erst nach knapp einer halben Stunde erfüllten die Akteure den Wunsch der ungeduldig gewordenen Fans ("Wir wollen Tore sehen") nach spektakulären Szenen.

Den Anfang zu vier tollen Minuten machte der Leverkusener Schneider, der Borussia Dortmunds Schlussmann Guillaume Warmuz mit einem Heber aus 18 Metern keine Chance ließ (26.). Praktisch im Gegenzug gab Makaay seinem Bayern-Teamkollegen Oliver Kahn mit einem spektakulären Volleyschuss zum 1:1 das Nachsehen. Wieder nur Sekunden später drückte Asamoah eine flache Hereingabe zur erneuten Führung für die DFB-Elf über die Linie.

Nach der Pause schickte Klinsmann neun frische Kräfte aufs Feld, darunter den Bremer Frank Fahrenhorst, der erstmals seit dem Brasilien-Länderspiel im September wieder im Nationaltrikot auflief. Bei den All-Stars kam mit Marcelo Bordon, Lewan Kobiaschwili, Lincoln und Ailton nun die Schalker "Fraktion" zum Zuge. Doch der erneute Ausgleich gelang nicht dem Torschützenkönig der vergangenen Saison, sondern dem Nürnberger Mintal, mit 13 Treffern bester Schütze der laufenden Spielzeit. Der besonders ehrgeizige Ailton (81./85.) und Bayern-Regisseur Ze Roberto (83.) vergaben frei vor Jens Lehmann die Chancen, das Bundesliga-Team doch noch zum Sieg zu schießen.

14 Tage vor dem ersten Länderspiel des Jahres gegen den zweifachen Weltmeister Argentinien trug Christian Pander vor heimischer Kulisse erstmals das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Der Schalker war für den verletzten Stuttgarter Philipp Lahm in die Verteidigung gerückt und durfte als einziger neben dem Lauterer Marco Engelhardt 90 Minuten lang mitwirken.

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