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06.06.2011

07:58 Uhr

NBA-Finale gegen Miami Heat

Nowitzki verschießt, Dallas Mavericks verlieren

Dirk Nowitzki hatte es in der Hand: Praktisch mit der Schlusssirene hatte der überragende „Dirkules“ die Chance, seine Mavericks zum Sieg zu werfen. Doch er scheiterte. Nun wird es eng für den großen Traum des Deutschen.

Dirk Nowitzki war heute nicht nicht der Matchwinner für die Dallas Mavericks. Quelle: Reuters

Dirk Nowitzki war heute nicht nicht der Matchwinner für die Dallas Mavericks.

DallasEin starker Dirk Nowitzki war für die Dallas Mavericks nicht genug: Trotz einer erneuten Ein-Mann-Show des Würzburgers im Schlussabschnitt verloren die Texaner am Sonntagabend (Ortszeit) daheim im dritten NBA-Finale 86:88 gegen die Miami Heat. Damit laufen die Mavericks einem 1:2-Rückstand in der Serie hinterher, Miami braucht nur noch zwei Erfolge zum Titel. "Das war eine schwere Niederlage, das ist jedem klar. Ich glaube, es wird schwer, ein bisschen zu schlafen", sagte der sichtlich enttäuschte Nowitzki, der mit 34 Punkten der überragende Werfer war.

Der deutsche Basketball-Star hatte vor der Partie noch betont, dass man sich das Momentum nach dem emotionalen 95:93-Sieg im zweiten Spiel in Miami auf keinen Fall umgehend wieder aus der Hand nehmen lassen dürfe. Dennoch liefen die Gastgeber die meiste Zeit einem Rückstand hinterher. Nur zur Beginn lag Dallas mit 14:9 vorn, anschließend nutzen die Gäste vor allem zahlreiche Ballverluste der Mavericks zu einfachen Punkten.

"Wir haben uns gesagt, wir können nach der knappen Niederlage nicht auch die dritte Partie verlieren. Es war ein großartiger Sieg für uns", sagte Dwyane Wade, mit 29 Punkten bester Werfer der Gäste. Miami hatte zwischenzeitlich mit 45:31 geführt. Dallas kämpfte sich zwar immer wieder zurück, schaffte es aber nie, sich selbst entscheidend abzusetzen. "Es ist natürlich schwer, wenn man sich immer zurückbeißen muss. Das kostet eine Menge Kraft", meinte Nowitzki.

Er war im Schlussviertel völlig auf sich allein gestellt. Miami verteidigte hervorragend, ließ Dallas nicht in Richtung Korb kommen, sondern zwang die Mavericks immer wieder zu Distanzwürfen, von denen viele ihr Ziel verfehlten. So übernahm Nowitzki die alleinige Verantwortung und sorgte mit 15 Punkten im Schlussviertel für den Ausgleich zum 86:86. Nachdem Chris Bosh Miami knapp 40 Sekunden vor Ende erneut in Führung gebracht hatte, landete Nowitzkis letzter Versuch an der Ringkante und nicht im Korb. Miami jubelte, Nowitzki verschwand frustriert in den Katakomben.

Im vierten Finalspiel hat Dallas am Dienstagabend (Ortszeit) erneut Heimrecht und steht gehörig unter Zugzwang. "Da müssen wir Vollgas geben, denn eines ist klar: Das Spiel dürfen wir nicht verlieren. Mit 1:3 hinten zu liegen, sähe nicht gut aus", sagte Nowitzki. Zweitbester Dallas-Schütze war Jason Terry mit 15 Zählern. Für die Heat steuerte Bosh 18 Punkte zum Sieg bei, LeBron James gelangen 17 Punkte.

Aus dem Jahr 2011: Fünf Fragen zu „Dirkules“ Nowitzki

Wie stehen Nowitzkis Chancen auf den Titel?

Bei den Buchmachern ist Miami Heat Favorit im Rennen um die Meisterschaft. Quote: 1,73 zu eins. Dahinter folgen Nowitzkis Dallas Mavericks mit 2,7 zu eins - allerdings vor dem entscheidenden vierten Sieg. Aktuelle Quoten lassen noch auf sich warten.

Was macht ihn für die Mavericks so wertvoll?

Vor allem seine Trefferquote: Mit durchschnittlich 28,6 Punkten pro Spiel liegt er in der Liga an zweiter Stelle der besten Werfer - zumindest in den Playoffs. In der regulären Saison erreichte Nowitzki einen Schnitt von 23 Zählern pro Partie.

Sein größter Erfolg?

Der Einzug ins NBA-Finale 2006, in dem Miami Heat mit 4:2 Siegen die Oberhand behielt. Persönlich wurde er im Jahr 2007 zum wertvollsten Spieler ("MVP") der Liga gewählt.

Welche Rolle spielt Nowitzki im deutschen Basketball?

Nowitzki ist mit durchschnittlich 21 Punkten der beste deutsche Werfer aller Zeiten. In der Nationalmannschaft tritt er allerdings unregelmäßig an, weil die Dallas Mavericks aus Angst vor Verletzungsgefahr nicht immer freigeben. Ist er dabei, feiert das Team allerdings Erfolge. Größter Triumph war der Vize-Europameistertitel im Jahr 2005.

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Von

dpa

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