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04.01.2005

12:22 Uhr

Neues Sentinel-System eingeführt

Sicherheit bei der Rallye Dakar wurde weiter verbessert

Die Wüsten-Rallye Dakar bleibt auch bei ihrer 27. Auflage umstritten. Im Visier der Kritiker steht dabei immer wieder die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer, obwohl die Veranstalter mit Nachdruck betonen, dass dieses Problem bei der härtesten und längsten Rallye der Welt absolute Priorität genießt.

HB BARCELONA/HAMBURG. Doch eine Garantie für ein Zwischenfall freies Rennen können angesichts der die mehr als 9000 km langen Marathon-Veranstaltung, die an Silvester in Barcelona beginnt und am 16. Januar in der senegalesischen Hauptstadt Dakar endet, natürlich nicht geben.

Die Sicherheitsrisiken sind gerade auf den 16 Wertungsprüfungen, auf denen bei einem Streckenanteil von 5433 Kilometern die sportliche Entscheidung im freien Gelände mit hohem Tempo gesucht wird, nie ganz auszuschalten. Dies zeigt auch ein Blick in die Geschichte. 42 Todesopfer sind zu beklagen. Sie kamen nicht nur aus den Reihen der Teilnehmer. Auch Organisatoren, Servicecrews, Journalisten, Ärzte und Zuschauer waren betroffen.

1986 starb der "Erfinder" der damals noch Rallye Paris-Dakar benannten Veranstaltung, der Franzose Thierry Sabine, zusammen mit vier anderen Personen bei einem Hubschrauberabsturz in der Wüste.

1991 wurde der französische Arzt Petijean von afrikanischen Rebellen ermordet. 1998 starben bei einem Unfall fünf Zuschauer in Mauretanien. 2002 fuhr ein Toyota-Service-Team auf eine Mine, ein Mechaniker kam dabei ums Leben.

Die Dakar ist auch schon zum Ziel von Terroristen geworden. 2000 mussten mehrere Etappen in Libyen abgesagt werden, weil nach Angaben des französischen Außenministeriums ernst zu nehmende Terroranschläge zu befürchten waren. Auch für 2005 plante ein mutmaßlich islamistischer Terrorist in Mauretanien einen Anschlag auf die Teilnehmer.

Meist sind es aber die Fahrer und ihre Co-Piloten selbst, die sich stark über- und die Gefahren stark unterschätzen. Auch deshalb werden immer neue Maßnahmen ergriffen, um die Risiken einzuschränken. Bei der Neuauflage 2005 warnen Radio France International und die lokalen Rundfunkstationen im Rallye-Gebiet täglich während der Veranstaltung die Bevölkerung. Drei Tage vor der Rallye sind vier Fahrzeugbesatzungen in den betroffenen Gebieten unterwegs und klären die Menschen über mögliche Gefahren auf.

Alle Rennfahrzeuge sind mit GPS ausgestattet, so dass die Ortung der liegen gebliebenen oder vermissten Teams jederzeit möglich ist.

Drei Hubschrauber begleiten aus der Luft in verschiedenen Positionen die Rallye und können im Notfall direkt eingreifen. Zehn Sanitätsfahrzeuge fahren im Rallye-Pulk mit, um im Notfall schnelle Hilfe leisten zu können. In jedem Biwak steht ein spezielles Feld- Hospital. Insgesamt sind 40 Personen im medizinischen Bereich tätig.

Neu ist bei der 27. Auflage das so genannte Sentinel-System. Es zeigt dem Vordermann akustisch und optisch an, wenn ein im dichten Staub kaum zu erkennendes Fahrzeug folgt. Damit wird das Überholen, bei dem es oft zu Unfällen kam, einfacher und sicherer. Mit diesem System müssen alle Fahrzeuge 2005 ausgerüstet sein.

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