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04.02.2017

16:00 Uhr

NFL-Manager Akash Jain

„Wir müssen die Fans näher ans Spiel bringen“

VonAstrid Dörner, Alexander Möthe

NFL-Manager Akash Jain ist für die Vermarktung des American Football außerhalb der USA zustädnig. Kurz vor dem Super-Bowl verrät er, spricht er über Kameras in Helmen und ob NFL-Spiele in Deutschland übertragen werden.

Neue Technik soll die Zuschauer für das Spiel begeistern. AP

Fokussiert

Neue Technik soll die Zuschauer für das Spiel begeistern.

DüsseldorfHerr Jain, Sie waren gerade auf Europas größter Sportbusiness-Messe in Düsseldorf. Direkt neben der Messehalle ist eine große Football-Arena. Besteht eine Chance, dass in Zukunft ein NFL-Spiel in Deutschland stattfinden kann?
Die Esprit Arena, ja. Ich habe alle großen Stadien in Deutschland gesehen, auch in Frankfurt, Berlin und München. Ich kann Ihnen noch nicht sagen, ob es ein Spiel in Deutschland geben wird oder wann. Aber wir bewerten die Stadien und die Infrastruktur und was wirklich toll ist: Viele erfüllen unsere Voraussetzungen, was die Größe des Kabinen angeht, die Größe des Feldes und die Bereiche für die Trainer. 

Blitz, Hail Mary und Vince Lombardi – das ABC des Football (1)

American Football Conference

Die NFL (National Football League) ist unterteilt in zwei Conferences: die American Football Conference und die National Football Conference. Diese spielen in den Playoffs zunächst ihre Champions aus, die im Super Bowl dann aufeinander treffen. Die New England Patriots vertreten dieses Jahr die AFC, die Atlanta Falcons kommen aus der NFC.

Blitz

Ein taktischer Spielzug der Defensive. Dabei stürmen mehr Verteidiger als gewöhnlich auf den gegnerischen Spielmacher (= Quarterback) zu, um ihn möglichst zu Boden zu bringen (= Sack).

Center

Der Center startet den Angriffsspielzug, in dem er den Ball durch seine Beine nach hinten meist an den Quarterback übergibt.

Drive

Eine Serie von Angriffsspielzügen. Die Offensive bekommt vier Versuche um zehn Yards zu überwinden. Wenn dies gelingt, gibt es vier neue Versuche – so lange bis entweder Punkte erzielt werden oder der Ballbesitz zum Gegner wechselt.

Extrapunkt

Nach einem Touchdown kann die angreifende Mannschaft den Ball durch die senkrechten Stangen am Ende der gegnerischen Endzone kicken. Wenn dies gelingt, erhält sie einen Extrapunkt. Die Offensive kann stattdessen aber auch den Ball von der Zwei-Yard-Linie aus in die Endzone bringen und so zwei Punkte erhalten.

Field Goal

Für einen erfolgreichen Kick durch die Stangen während eines Drives erhält die angreifende Mannschaft drei Punkte.

Goal Line

An der Goal Line beginnt die Endzone, die für einen Touchdown erreicht werden muss.

Hail Mary

Ein Verzweiflungspass kurz vor Ende der Spielzeit in die gegnerische Endzone.

Interception

Der Verteidiger fängt einen Wurf des Quarterbacks ab, damit wechselt das Angriffsrecht.

Juke

Der Ballträger geht mit einer schnellen Seitwärtsbewegung am Verteidiger vorbei.

Kickoff

Das Spiel beginnt, indem eine Mannschaft den Ball von der eigenen 35-Yard-Linie in die Richtung des anderen Teams kickt.

Line of Scrimmage

Die Mannschaften stellen sich nach Ende des vorigen Spielzugs an einer imaginären Linie auf, um den nächsten Spielzug zu starten.

Motion

Bevor der Spielzug beginnt, kommen beide Mannschaften kurz zur Ruhe. Nur ein Angreifer darf sich parallel zur Line of Scrimmage bewegen, um die Verteidigung zu verwirren.

Es ist jetzt rund zehn Jahre her, dass die NFL Europe eingestellt wurde. Warum könnten Spiele von US-Mannschaften in Deutschland funktionieren?
In London läuft das schon sehr erfolgreich. Wir untersuchen unsere Fan-Basis jedes Jahr gründlich. Und seitdem wir in Großbritannien spielen, wächst die Anzahl unserer Fans stetig. In Deutschland erreichen wir mit den regulären Saisonspielen auf „ProSieben Maxx“  eine Million Zuschauer – und das in der Nacht. Auch die Anzahl unsrer Fans auf den Sozialen Medien hat um gut 80 Prozent im Jahr zugelegt. Gerade jüngere Leute in Deutschland sind interessiert an Football, das stelle ich immer wieder fest.

Blitz, Hail Mary und Vince Lombardi – das ABC des Football (2)

No Huddle

Im Huddle verkündet der Quarterback seinen Mitspielern den nächsten Spielzug. Um Zeit zu sparen oder um die Defensive zu überraschen, kann der Quarterback auf das Huddle verzichten.

Offensive Line

Die fünf Spieler der Offensive Line stehen vor dem Quarterback, beschützen ihn vor den Attacken der Verteidigung oder blocken den Weg für den Ballträger frei.

Punt

Wenn das angreifende Team nach drei Versuchen nicht die zehn Yards erreicht hat und nicht nahe genug für ein Field Goal an der gegnerischen Endzone ist, kickt der Punter im vierten Versuch den Ball zum Gegner.

Quarterback

Der Spielmacher und Regisseur des Angriffs.

Referee

In der NFL sind sieben Schiedsrichter pro Partie im Einsatz. Der Hauptreferee ist an seiner weißen Kappe erkennbar, der Rest trägt schwarze Kappen. Die Schiedsrichter haben schwarz-weiß gestreifte Trikots an.

Sack

Wenn der Verteidiger den Quarterback, der den Ball trägt, hinter der Line of Scrimmage zu Boden bringt, spricht man von einem Sack.

Touchdown

Ein Angreifer trägt den Ball über die gegnerische Goal Line oder fängt den Ball in der Endzone. Ein Touchdown gibt sechs Punkte.

U.S. Bank Stadium

Nach dem Super Bowl in Houston findet das nächste NFL-Finale 2018 im U.S. Bank Stadium von Minneapolis statt.

Vince Lombardi Trophy

Die Trophäe für den Sieger des Super Bowl, benannt nach der verstorbenen Trainer-Legende Vince Lombardi, der mit den Green Bay Packers die ersten beiden Super Bowl gewann.

Wide Receiver

Die Ballfänger, die eher außen auf dem Spielfeld postiert sind.

X's and O's

Die Spielzüge werden zum Studium für die Athleten zuvor aufgemalt. Dabei werden die Offensivspieler als O's gekennzeichnet, die Verteidiger als X's.

Yards

Die Maßeinheit im American Football. Ein Yard entspricht 0,9144 Metern.

Zone Coverage

Eine Defensivstrategie. Dabei verteidigt die Defensive im Gegensatz zur Man Coverage im Raum.

Am Sonntag findet das Super-Bowl-Finale statt. Dabei werden die Spieler zum ersten Mal Kameras in den Helmen tragen. Was versprechen Sie sich davon? 
Das ist Teil unserer Digital-Strategie. Wie jeder weiß, verändert sich die Art und Weise, wie die Fans Football schauen. Wir müssen auf allen möglichen digitalen Plattformen sein. Das zwingt uns, zu überlegen, wie wir Inhalte auf diesen Plattformen am besten darstellen. Wir sind dabei, neue Wege zu finden, um die Fans näher ans Spiel zu bringen. Kameras in die Helme der Spieler zu integrieren, ist ein solcher Weg. Das schafft neue Video-Inhalte, die es vorher noch nicht gegeben hat. Wir haben auch Chips im Ball und in den Trikots, mit denen wir Daten sammeln und neue, Interessante Fakten präsentieren. 

Wie wichtig ist die virtuelle Realität für die NFL?
Hier probieren wir verschiedene Dinge aus, auch über Partnerschaften mit Google und der Plattform NextVR. Wir wollen mit dieser Technologie einzigartige Erlebnisse schaffen. In Zukunft könnten wir zum Beispiel uns eine Situation vorstellen, in der Sie in Deutschland sind, ich in London bin und Ihr Kollege in Houston ist und wir alle das Spiel gemeinsam in der virtuellen Realität anschauen.

 

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Wann wir es so weit sein?
Das kann ich noch nicht genau sagen. Es kommt auf die Hardware an, aber auch darauf, wie teuer das am Ende für die Fans sein wird. Da ist noch viel in Bewegung. Der Erfolg der Liga in den USA kam dadurch zustande, dass die Spiele im Free-TV zu sehen waren. So haben wir 200 Millionen Fans gewinnen können. Das wird sich nicht verändern, aber mit neuen Inhalten gibt es sicherlich Möglichkeiten, neue Abonnements zu entwickeln oder einmalige Bezahlinhalte zu vertreiben.

Wie wichtig ist das Auslandsgeschäft für die NFL?
Unsere Führung hat erkannt, dass das Wachstum langfristig überwiegend aus dem Ausland kommen wird. In den USA können wir zwar auch noch wachsen, aber nicht so stark wie in anderen Ländern. Wir konzentrieren uns im Ausland auf die Märkte Kanada, Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Deutschland und China. Und da kratzen wir gerade mal an der Oberfläche. Unsere Fan-Basis im Ausland wächst jedes Jahr um zehn bis 15 Prozent. Wenn wir das halten, können wir demnächst auch im Ausland auf 200 Millionen Fans bekommen. 

Deutsche Bundesliga-Clubs engagieren sich stark in China. Wie wichtig ist der Markt für die NFL? 
Das ist ein sehr wichtiger Markt, vor allem weil er so groß ist. Wir haben bereits rund zwölf Millionen Fans dort. Die Herausforderung ist jetzt, das Wachstum zu beschleunigen und weiter eine  junge Zielgruppe anzusprechen, gerade in digitalen Kanälen und in den Sozialen Medien. Es ist auf jeden Fall ein Markt, in den wir investieren.

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