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10.09.2015

20:16 Uhr

Niederlage gegen Spanien

Deutsche Basketballer verpassen EM-Achtelfinale

Das Ergebnis war eng, doch die Niederlage gegen Spanien bedeutet das Aus für die deutsche Nationalmannschaft bei der Basketball-EM in Berlin. So fliegen die Deutschen aus dem Wettbewerb – noch vor dem Achtelfinale.

Dirk Nowitzki verlässt enttäuscht den Innenraum der Arena. Deutschland verlor die Partie und ist somit aus dem Turnier ausgeschieden. dpa

Spanien war stärker

Dirk Nowitzki verlässt enttäuscht den Innenraum der Arena. Deutschland verlor die Partie und ist somit aus dem Turnier ausgeschieden.

BerlinDirk Nowitzki musste tief durchpusten. Wehmütig warf der Superstar Kusshändchen ins Publikum, rieb sich die Augen und verneigte sich nach seinem womöglich letzten Länderspiel. In einem Herzschlagfinale verspielten die deutschen Basketballer mit Dennis Schröder als tragischem Helden bei der EM auch die letzte Chance auf das Minimalziel Achtelfinale.

Durch die 76:77 (38:41)-Niederlage gegen Angstgegner Spanien in Berlin verpassten Nowitzki & Co. damit vorerst auch die sportliche Olympia-Qualifikation. „Du darfst nicht drei knappe Spiele verlieren, das ist halt doof“, resümierte der Würzburger in der ARD. „Wir sind ausgeschieden bei einer Heim-EM, das ist erstmal sehr bitter.“

Bei nur einem Sieg und dem schlechtesten EM-Abschneiden in der Ära Nowitzki (10 Punkte) endete seine einzige Heim-EM mit einer tiefen Enttäuschung. Schröder vergab kurz vor Schluss mit einem verworfenen Freiwurf den möglichen Sprung in die Verlängerung. „Da nehme ich die Schuld auf mich, ich muss den Freiwurf machen“, sagte Schröder und sieht eine gute Zukunft für das Team. „Ich freue mich auf die nächsten Jahren.“

Mit „Danke Dirk“-Schildern verabschiedeten die Zuschauer in der ausverkauften Arena ihren Liebling. Nur wenn der Deutsche Basketball Bund den Zuschlag für die Ausrichtung eines von drei Olympia-Qualifikationsturnieren erhalten sollte, könnte Nowitzki noch einmal ins Nationalteam zurückkehren und doch noch den Sprung nach Rio schaffen. „Schauen wir mal“, sagte der 37-Jährige auf die Frage, ob er seine Laufbahn für Deutschland fortsetzt.

Bester deutscher Werfer war Schröder mit 26 Punkten, aber erneut mangelte es dem 21-Jährigen an Konstanz. Der 21 Jahre alte Aufbauspieler hatte sich vor der Partie öffentlich für seine Taktik-Kritik an Trainer Chris Fleming vom Vortag entschuldigt. „Ich habe einen Vertrag bis 2016“, sagte Fleming zu seiner eigenen Zukunft. „Ich freue mich auf den nächsten Sommer.“

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Mit wacher und aufmerksamer Verteidigung startete das deutsche Team, Nowitzki traf seinen ersten Dreier, beim frühen 5:2 kochte erstmals die Halle so richtig. Doch vor allem Spaniens Topstar Pau Gasol war zunächst unter dem Korb kaum zu stoppen. Mehrfach holte sich der bislang beste Turnier-Werfer den Offensivrebound und stellte die deutschen Center vor kaum lösbare Probleme. Dennoch konnten die routinierteren Iberer nicht wegziehen.

Mit seiner Mischung aus Genie und Wahnsinn sowie acht Punkten im ersten Viertel dominierte Schröder das deutsche Angriffsspiel. Leichtfertige Ballverluste folgten immer wieder auf schnelle Attacken Richtung Korb. Wegen des erlittenen Pferdekusses aus der Italien-Partie strampelte Schröder auf einem Rad während er nicht auf dem Feld stand und feuerte seine Teamkollegen leidenschaftlich an.

Mit der Schlusssirene brachte Robin Benzing sein Team zum Ende des Auftaktabschnitts aus der Distanz mit 20:18 nach vorne. Und auch im zweiten Viertel blieb es eine packende Partie. Ein insgesamt unauffälliger Nowitzki begeisterte die Zuschauer mit seinem patentierten Wurf im Rückwärtsfallen zum 35:36, bei nur drei Punkten Rückstand ging die Fleming-Auswahl optimistisch in die Pause.

In der zweiten Halbzeit setzte sich zunächst die Erfahrung der Spanier langsam durch. Angeführt vom weiter überragenden Gasol und einem starken Sergio Rodriguez schraubten die Gäste ihren Vorsprung beim 56:46 erstmals auf zehn Punkte.

Doch noch einmal bäumte sich das deutsche Team auf, Lo verkürzte mit einem Dreier 23 Sekunden vor Schluss auf einen Zähler. Doch die Spanier zeigten sich im Gegensatz zu Schröder nervenstark an der Freiwurflinie und wurden wieder einmal zum großen Schreck. Seit zehn Jahren wartet Deutschland auf einen Sieg.

Von

dpa

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