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21.01.2010

14:23 Uhr

Nordische Kombination

Ackermann verzichtet auf Olympia-Start

Ronny Ackermann hat seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver abgesagt. Der viermalige Weltmeister in der Nordischen Kombination befindet sich in einem Formtief.

Ronny Ackermann ist außer Form und verzichtet auf Olympia. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Ronny Ackermann ist außer Form und verzichtet auf Olympia. Foto: Bongarts/Getty Images

Der viermalige Kombinierer-Weltmeister Ronny Ackermann verzichtet freiwillig auf seinen Start bei den Olympischen Spielen und steht möglicherweise vor dem Karriereende. Zwei Tage vor dem Showdown in Schonach um das letzte Ticket für Vancouver gegen Olympiasieger Georg Hettich gab der 32-Jährige entnervt von zahlreichen Rückschlägen auf. Damit bleibt sein Traum von Olympia-Gold unerfüllt.

"Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, schließlich habe ich die vergangenen vier Jahre auf Olympia hintrainiert. Aber ich muss realistisch bleiben, in meiner derzeitigen Form würde ein Start in Vancouver einfach keinen Sinn machen", sagte Ackermann nach einem Telefongespräch mit Bundestrainer Hermann Weinbuch: "Damit wäre ich auch keine Hilfe für die Mannschaft." Seine beste Weltcup-Platzierung im Olympiawinter war ein 18. Platz.

Weinbuch nicht überrascht

Für Chefcoach Weinbuch kam die Entscheidung des einstigen Leitwolfs nicht überraschend. "Ronny hat hohe Ansprüche, er wollte um die Medaillen kämpfen und sieht sich nicht zu Höchstleistungen in der Lage. Er spürt einfach im Körper, dass die nicht möglich sind", sagte Weinbuch dem SID.

Für seinen Traum vom Olympia-Gold wollte es der Silbergewinner von 2006 in diesem Winter besonders gut machen. Doch dann kam alles ganz anders: Nacheinander wurde er von einem Sturz, dem Bruch seines Lieblingsskis, zu viel Training und einer Erkältung gestoppt. "15 Jahre Leistungssport und Gewicht machen, das zehrt. Er ist halt keine 18 mehr und steckt das Training nicht mehr so gut weg", hatte Weinbuch erklärt. Irgendwann breche das System zusammen, wenn vor jeder Saison fünf Kilo abgespeckt und gleichzeitig das Training forciert werde.

"Zu weit weg von der Weltspitze"

"Eigentlich bin ich seit meiner Virusinfektion im vergangenen Jahr nie mehr richtig in Tritt gekommen. Ich habe gehofft, dass mir mit zusätzlichen Trainingseinheiten wieder der Anschluss gelingt, aber die letzten Weltcups haben gezeigt, dass ich zu weit weg von der Weltspitze bin", sagte Ackermann. Im Springen sei es ganz ordentlich gelaufen, aber im Langlauf schaute der einst so starke Läufer nur noch hinterher: "Man muss nüchtern analysieren, dass es noch nicht reicht, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden."

Jetzt will sich Ackermann vollständig erholen und eine längere Pause einlegen. In dieser Weltcup-Saison wird er laut Weinbuch nicht mehr zurückkehren. Ob er überhaupt noch einmal zurückkommt oder seine Karriere beendet, ist ungewiss: "Wir entscheiden nach der Saison gemeinsam, wie es weitergeht."

Vielleicht widmet sich Ronny Ackermann auch ganz der Familie mit Sohn Hugo. Mit seinen beiden Liebsten verarbeitet der einstmals deutsche Sportler des Jahres auch die Trauer über den geplatzten Traum von Olympia.

© SID

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