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29.07.2015

15:16 Uhr

Ohrfeige für Boston

IOC-Chef Bach: „Jeden Tag ein neues Projekt“

Zwei Tage nach dem Olympia-Rückzug von Boston übte Thomas Bach ungewohnt heftige Kritik an der US-Stadt. Sie habe ihre Versprechen nicht gehalten, schimpfte der IOC-Präsident. Nun hofft er auf Los Angeles.

Der IOC-Präsident ist verärgert über das Verhalten der Bewerberstadt Boston. AFP

Thomas Bach in Kuala Lumpur

Der IOC-Präsident ist verärgert über das Verhalten der Bewerberstadt Boston.

Kuala Lumpur IOC-Präsident Thomas Bach hat Boston nach dem blamablen Rückzug von der Olympia-Bewerbung für 2024 eine schallende Ohrfeige verpasst. „Was wir von außen gesehen haben: Da kam jeden Tag ein neues Projekt von Boston, mit neuen Leuten und neuen Ideen“, schimpfte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Mittwoch in Kuala Lumpur. „Da habe ich es aufgegeben, dem im Detail zu folgen.“ Er könne deshalb verstehen, dass das amerikanische Nationale Olympische Komitee (USOC) die Ostküstenstadt aus dem Rennen genommen habe.

„Was dort passiert ist, ist ganz simpel: Boston hat die Versprechen, die es dem USOC gegeben hat, als es ausgewählt wurde, nicht eingehalten“, erklärte Bach auf einer Pressekonferenz. Er erwarte nun, dass die USA bis zum Bewerbungsschluss am 15. September einen neuen Kandidaten präsentieren. „Nun warten wir auf eine neue Bewerbung mit einer neuen Stadt aus den USA. Wir sind sicher, dass das USOC diese Zusage einhält.“ Schließlich seien die USA eines der wenigen Länder auf der Welt, „das den Luxus einer großen Anzahl von Städten hat, die Olympische Spiele organisieren können“.

Bostons Olympia-Projekt war aus finanziellen Gründen und aufgrund der geringen Unterstützung der Bürger gescheitert. Favorit für eine US-Kandidatur ist nun Los Angeles, das 1932 und 1984 Schauplatz von Sommerspielen war. Weitere Bewerber sind Budapest, Hamburg, Rom und Paris. Interesse an einer Kandidatur hat auch Toronto bekundet. Spekuliert wird, dass sich Aserbaidschans Hauptstadt Baku nach der Ausrichtung der Europaspiele noch für Olympia 2024 bewerben könnte.

Nicht begriffen oder es nicht wirklich vermittelt haben die Verantwortlichen der Olympia-Kandidatur Bostons, dass die finanziellen Risiken für Ausrichter durch die Agenda 2020 minimiert werden. Schon Almaty oder Peking, die sich am Freitag bei der IOC-Session zur Winterspiele-Wahl für 2022 stellen, erhalten einen Zuschuss vom IOC von mehr als 800 Millionen Dollar für das operative Budget. Beide Städte kalkulieren mit unter 1,8 Milliarden Dollar. „Dadurch kann es für Ausrichter sogar profitabel werden“, so Bach.

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