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27.11.2015

06:42 Uhr

Olympia 2024

„Es sind im internationalen Vergleich keine teuren Spiele“

VonChristoph Kapalschinski, Kai-Hinrich Renner

Der Bürgermeister von Hamburg, Olaf Scholz, kämpft um die Zustimmung der Bürger für Olympia 2024. Warum er die Großveranstaltung unbedingt haben möchte und der Steuerzuschuss gut investiertes Geld wäre.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, l) vor der Gesellschafterversammlung der Olympia-Bewerbungsgesellschaft. dpa

"Hamburg 2024"

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, l) vor der Gesellschafterversammlung der Olympia-Bewerbungsgesellschaft.

Am Sonntag stimmen Hamburgs Bürger über die Olympia-Bewerbung ihrer Stadt ab. Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) kämpft für ein deutliches Ja. Kurz vor der letzten Bürgerschaftssitzung vor der Abstimmung erläutert er im Interview im feinen Bürgermeister-Empfangszimmer des Rathauses, wieso – und weshalb 7,4 Milliarden Steuerzuschuss vergleichsweise wenig wären. 

Herr Scholz, erst die Elbphilharmonie, nun Olympische Spiele: Warum ist die Hamburger Politik so versessen auf teure Leuchtturmprojekte, wie Ihr Amtsvorgänger Ole von Beust solche Vorhaben nannte?
Die Elbphilharmonie wird, wenn sie am 11. Januar 2017 eröffnet wird, große Begeisterung  weit über Deutschland hinaus auslösen. Sie ist ein idealistisches Bekenntnis unserer Kaufmannstadt zur Musik. Auch unsere Olympia-Bewerbung ist zunächst einmal ein idealistisches Bekenntnis, nämlich zu einem friedvollen Treffen der Jugend der Welt.

Allein aus Idealismus bewerben Sie sich aber nicht um die Spiele.
Selbstverständlich haben wir 1972 in München und 1992 in Barcelona gesehen, dass Olympia eine enorme Chance gerade für Städte ist, die keine Hauptstädte sind. Hamburg ist die größte Stadt in der Europäischen Union, die nicht Hauptstadt ist. Das wissen weltweit zu wenige.

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Das klingt sehr selbstbewusst. Andererseits: Berlin ist Hauptstadt, Frankfurt hat die Börse, in München sitzen die Dax-Konzerne. Und Hamburg braucht jetzt Olympia, um mithalten zu können.
Nein, Hamburg ist aus eigener Kraft groß geworden. Die Stadt hat eine enorme Wirtschaftskraft. Als größter Hafen in Deutschland und einer der größten in Europa hat der Hamburger Hafen eine wichtige Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und weit darüber hinaus. Wir haben schon vor Jahren dafür gesorgt, dass Airbus und die Flugzeugindustrie in Hamburg ihren festen Platz haben. Für die Windkraftbranche ist unsere Stadt global der bedeutendste Standort. Aber  darauf wollen wir uns nicht ausruhen: Olympia ist unser nächstes Projekt.

Dennoch hat nur ein einziger Dax-30-Konzern seinen Sitz in Hamburg.
Hamburg ist Sitz vieler Unternehmenszentralen, doch  nicht jeder wichtige Konzern ist an der Börse. Im Übrigen werde ich mich nicht von Ihnen verführen lassen, das zu tun, was ich meinen Mitarbeitern verboten habe: andere Städte schlecht zu machen.

Ganz wichtig ist für Hamburg der Hafen. Die Frage ist: Wie lange noch? Die juristische Auseinandersetzung um die für den Hafen dringend notwendige Elbvertiefung zieht sich – dabei ist absehbar, dass bald noch größere Schiffe gebaut werden.
Im Hamburger Hafen werden zehn Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Mitte der 2020er-Jahre werden es voraussichtlich doppelt so viele sein. Darauf sind wir bei der Entwicklung der Hafeninfrastruktur vorbereitet. Wir sind gut beraten, weiterhin auch auf diesen Wirtschaftszweig zu setzen.

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