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02.01.2011

13:54 Uhr

Olympia Dosb

München 2018: Bach fordert Dialog und Deeskalation

Im Streit um die Bewerbung München 2018 versucht Dosb-Präsident Thomas Bach die Wogen zu glätten. Bach appelliert zu Dialog und Deeskalation statt Morddrohungen und Gewalt.

Dosb-Präsident Thomas Bach fordert Dialag und Deeskalation. Foto: SID Images/publicaddress SID

Dosb-Präsident Thomas Bach fordert Dialag und Deeskalation. Foto: SID Images/publicaddress

Dialog und Deeskalation statt Morddrohungen und Gewalt: Mit einem eindringlichen Appell versucht Thomas Bach, im Streit über die Münchner Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2018 die Wogen zu glätten. Ein derartiges Verhalten sei "inakzeptabel nach beiden Seiten", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) im Interview des Deutschlandfunks.

In einem Brief an das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatten 59 Grundstücksbesitzer aus Garmisch-Partenkirchen ihre Weigerung bekräftigt, ihren Grund und Boden für die Dauer Olympischer Spiele zur Verfügung zu stellen. Bach betonte, "dass in einem demokratischen Land Mehrheitsentscheidungen respektiert werden müssen". In Garmisch seien in einem Fall Schritte eingeleitet, die Grundstückseigentümer an das Grundgesetz erinnern sollen, wonach Eigentum verpflichtet. In diesem Zusammenhang unterstrich Bach die Bedeutung von Sporterfolgen. Sport schaffe Sympathie nach außen und Identifikation nach innen.

"Aus nationaler Sicht mehr als bedauerlich" nannte der Dosb-Präsident die Dopingfälle von Radsportler Jan Ullrich, Eisschnellläuferin Claudia Pechstein oder beim Pferd der Dressur-Reiterin Isabell Werth. Jeder Fall sei für ihn "eine gewisse menschliche Enttäuschung". Allerdings werde der Kampf gegen Doping nie endgültig zu gewinnen sein, es werde immer Athleten geben, die sich mit unlauteren Mitteln Vorteile verschaffen wollen. Bach: "Maßstab ist, dass der Schutz der sauberen Athleten so hoch ist, dass sie sich guten Gewissens einem glaubwürdigen Wettkampf stellen."



Bach schweigt über Zukunft

Bach will sich zu einer möglichen Kandidatur für das Amt des IOC-Präsidenten auch weiter nicht öffentlich äußern: "Ich bin als IOC-Vizepräsident angetreten mit dem Willen, Präsident Rogge zu unterstützen. Daher wäre es ihm und dem IOC gegenüber nicht fair, jetzt eine Nachfolge-Diskussion vom Zaun zu brechen."

Bach geht davon aus, dass das gute Ergebnis bei seiner Wiederwahl als Dosb-Präsident im Dezember im IOC registriert werde. Es sei bei einer solchen Doppelfunktion ganz natürlich, "dass beobachtet wird, wie es im nationalen Sport läuft und ob da gute Arbeit abgeliefert wird".

Die Amtszeit des amtierenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge aus Belgien läuft definitiv 2013 aus, Bach gilt als einer der aussichtsreichen Bewerber für die Nachfolge. Seinen Führungsstil bezeichnet Bach als "integrativ". Vorwürfe, unter ihm sei es kalt im deutschen Sport geworden, weist er zurück.

© SID

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