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11.01.2011

10:28 Uhr

Olympia Dosb

Olympia 2018: München übergibt Bid Book an das IOC

Katarina Witt und Bernhard Schwank haben 176 Tage vor der Entscheidung über die Olympia-Gastgeberstadt 2018 dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) das Bid Book überreicht.

Katarina Witt übergab das Bid Book für München 2018. Foto: SID Images/AFP/Stephanie Lamy SID

Katarina Witt übergab das Bid Book für München 2018. Foto: SID Images/AFP/Stephanie Lamy

Im Visier der Fernsehkameras und im Blitzlichtgewitter der Fotografen haben Katarina Witt und Bernhard Schwank am Dienstag in Lausanne das Münchner Bid Book an das Internationale Olympische Komitee (IOC) übergeben. 176 Tage vor der Entscheidung über den Gastgeber der Olympischen und Paralympischen Winterspiele am 6. Juli in Durban/Südafrika war die bayerische Metropole der letzte der drei Kandidaten, der dem IOC die Bewerbungs-Unterlagen aushändigte.

Doch die Münchner Freude wurde Stunden später schon wieder getrübt. "Es wird keine Einigung geben", sagte Ludwig Seitz, Anwalt der 59 Grundstückseigentümer, die ihren Boden nicht für olympische Zwecke geben wollen, dem SID: "Meine Klienten möchten, dass der Kelch der Olympischen Spiele an Garmisch-Partenkirchen vorübergeht. Sie wollen keine Olympischen Spiele in ihrem Ort."

Bauern wendeten sich direkt an Rogge

Die Grundstücksbesitzer hatten nach Ablauf ihres Ultimatums am 22. Dezember in einem Brief an IOC-Präsident Jacques Rogge erklärt, die Spiele in München könnten nicht wie geplant stattfinden, da entscheidend wichtige Grundstücke durch ihre Eigentümer verweigert würden. Mittlerweile stellen sich laut Seitz 63 Eigentümer gegen Olympia 2018 in Bayern.

Die Olympia-Bewerber betonten jedoch, dass für ihre Planungen nur "fünf bis sieben Grundstückseigentümer relevant" seien. Außerdem wiesen sie erneut darauf hin, dass im Zuge der Einigung bezüglich des für die alpine Ski-WM benötigten Grundstücks an der Kandahar-Rennstrecke mit dem entsprechenden Besitzer weitere Verhandlungen mit Blick auf Olympia schriftlich vereinbart worden seien. Seitz hatte diese Behauptung zuvor zurückgewiesen.

Auf Seite neun des Einigungs-Dokuments, das dem SID in Auszügen vorliegt, heißt es: "Klargestellt wird, dass zu den Wintersportveranstaltungen auch die Ski-WM 2011 gehört sowie sämtliche Weltcup-Rennen und ggf. eine weitere zukünftige Ski-WM, ausgenommen ist lediglich die Winter-Olympiade 2018 oder eine spätere. Dieser Regelungsgegenstand bleibt weiteren Verhandlungen vorbehalten.

Witt und Schwank reichen Bid Book ein

München-2018-Geschäftsführer Bernhard Schwank, der schon am Samstag erklärt hatte, es gebe notfalls alternative Flächen, wollte sich die Stimmung in Lausanne durch die Anwalts-Botschaft nicht verderben lassen: "Ich denke, dass dennoch Gespräche mit den Grundstückseigentümern in Garmisch-Partenkirchen in Gang kommen. Ansonsten werde man gegenüber dem IOC Argumente des Brief an Rogge widerlegen. Schwank: "Da stehen Dinge drin, die faktisch nicht stimmen."

Katarina Witt, Vorsitzende des Kuratoriums, und Bernhard Schwank, Geschäftsführer der fast drei Mrd. Euro teuren Münchner Bewerbung, hatten das 396 Seiten starke Werk um 10.08 Uhr an Jacqueline Barrett, die Chefin des Bewerbungsverfahrens, überreicht. Insgesamt werden den IOC-Mitgliedern 100 Exemplare in einem Schuber mit jeweils drei Bänden ausgehändigt. Die dreiköpfige Münchner Delegation komplettierte der aus Garmisch-Partenkirchen stammende Eishockey-Junior Marcus Weber (18) vom SC Riessersee. Bereits am Montag hatten zuerst der französische Außenseiter Annecy und das als leichter Favorit geltende Pyeongchang/Südkorea ihr Bid Book abgegeben.

Witt: "Ein Meilenstein"

"Das ist ein großer Schritt, der heute gemacht wird, ein Meilenstein. Ich bin stolz auf dieses Werk. Viele haben lange Zeit akribisch an diesem Kapitel gearbeitet. Jetzt haben wir alles in drei Bänden mit insgesamt 396 Seiten in Blau auf Weiß abgegeben, wie sich das für eine bayerische Bewerbung gehört", sagte Katarina Witt mit dem ihr eigenen gewinnenden Lächeln über das umfangreiche Werk. Es enthält alle Informationen zu 17 wichtigen Themenbereichen und alle Garantien politischer Gremien von den Landkreisen bis hin zur Bundesregierung.

"Das ist die Eintrittskarte", sagte Bernhard Schwank, der zusammen mit Katarina Witt auch in den nächsten Monaten zahlreiche internationale Events besuchen und für die Münchner Pläne werben will. Schwank: "Ich denke, dass nun auch die Gespräche mit den Grundstückseigentümern in Garmisch-Partenkirchen wieder in Gang kommen, die ihren Boden bisher nicht für Olympia zur Verfügung stellen wollen."

Prüfung vor Ort Anfang März

"Meine Eltern haben leider kein Grundstück im geplanten Olympiabereich", sagte Junioren-Nationalspieler Markus Weber scherzend und fand: "Das war cool - und eine große Ehre für mich, hier dabei sein zu können. Natürlich ist es mein Traum, 2018 mit dem deutschen Team bei Olympia in München zu spielen."

Die Münchner Bewerbung wird nun von der Evaluierungskommission des IOC unter Leitung der Schwedin Gunilla Lindberg vom 1. bis 4. März vor Ort geprüft. Die Ergebnisse der Inspektionen der "Eva Com" in den drei Bewerberstädten werden am 18. Mai vom IOC in Lausanne präsentiert. Dann müssen sich die Bewerber noch einmal technischen Fragen stellen, bevor im Juli vor der Entscheidung in Durban die letzte Präsentation erfolgt.

© SID

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