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19.01.2010

11:38 Uhr

Olympia IOC

Bach "spürt große Sympathie" für München

IOC-Vizepräsident Thomas Bach glaubt an Münchens Bewerbung um Olympia 2018. Auch versichert er, dass die deutschen Starter in Kanada erneut eine Athletenerklärung unterzeichnen.

Glaubt an Münchens Bewerbung: IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Glaubt an Münchens Bewerbung: IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Foto: Bongarts/Getty Images

Vier Jahre nach der spektakulären Affäre um Österreichs Langläufer und Biathleten wird es auch bei Winter-Olympia in Vancouver (12.-28. Februar) bei Verdachtsmomenten Doping-Razzien geben. Das sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach in einem SID-Gespräch zu aktuellen Fragen um Olympia. Darüber hinaus spricht der 56-Jährige auch über die Bewerbung Münchens um Olympia 2018.

SID: "In 24 Tagen beginnen die Olympischen Winterspiele. Mit welchen Erwartungen reisen Sie nach Vancouver?"

Thomas Bach: "Unsere Olympiamannschaft hat zwei Aufgaben vor sich. Sie soll mit fairen Mitteln gut abschneiden und mit sympathischem Auftreten helfen, für München 2018 werben. Die IOC-Mitglieder sind vollzählig in Kanada, und für die Münchner Bewerbungsgesellschaft wird es keine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck geben."

SID: "Deutschland hat Platz eins in der Nationenwertung zu verteidigen..."

Bach: "Wenn wir uns die Ergebnisse der letzten Weltmeisterschaften anschauen, dann wären wir knapp vor Österreich auf Platz drei. Es wird ein heißes Rennen, und wir wollen den ersten Platz verteidigen, aber wenn es ein anderer Platz auf dem Siegerpodest wird, dann wären wir auch zufrieden."

SID: "Werden die deutschen Olympiastarter wie in Peking wieder eine Athletenerklärung unterschreiben?"

Bach: "Ja. Wir fordern das Bekenntnis zu einem sauberen Sport. Die Athletenerklärung ist eine Grundlage für die Nominierung. Alle bereits nominierten Sportler haben sie unterschrieben. Sie haben sich damit auch zusätzlich möglichen finanziellen Sanktionen unterworfen."

SID: "Die letzten olympischen Großereignisse waren von Dopingskandalen wie Johann Mühlegg 2002 und Olga Pylewa 2006 überschattet. Befürchten Sie Ähnliches für Vancouver?"

Bach: "Ich erwarte und befürchte gar nichts. Wir werden mit gewohnter Härte durchgreifen. Es wird 70 Prozent mehr Kontrollen geben als vor vier Jahren in Turin. Aber es geht vorrangig nicht um die Quantität sondern um die Qualität. Auch im Vorfeld werden bereits zahlreiche Tests durchgeführt."

SID: "Sind neue Analyseverfahren zu erwarten?"

Bach: "Wenn ja, dann würden wir sie nicht verraten."

SID: "In Turin gab es eine spektakuläre Polizei-Razzia bei den Österreichern. Ist Ähnliches in Kanada möglich?"

Bach: "Es gibt die Möglichkeit von Razzien. Wir werden davon Gebrauch machen, wenn es entsprechende Verdachtsfälle gibt."

SID: "Sie haben Vancouver als ersten Härtetest für München 2018 beschrieben. Wie wird die Bewerbung Münchens im IOC bewertet?"

Bach: "Ich spüre große Sympathie für diese Bewerbung. Wir haben einen guten Ruf als Organisator und gute Athleten. Und München selbst hat eine charmante Ausstrahlung. München ist gut aufgestellt. Das Konzept mit Eispark in München und Schneepark in Garmisch-Partenkirchen repräsentiert moderne Olympische Winterspiele vergleichbar mit denen, die wir in Vancouver erleben werden. München kann mit der großen Wintersport-Begeisterung im Land werben. Die aktuellen TV-Quoten der langen Sport-Wochenenden in ARD und ZDF sind hervorragend."

SID: "Gerade hat Ruhpolding wieder seinen ausgezeichneten Ruf als Biathlon-Hochburg unter Beweis gestellt. Warum passen die Chiemgauer dennoch nicht in das Konzept für München 2018?"

Bach: "Weil es dann keine Olympischen Spiele in Deutschland geben würde. Mit einer Flickenteppich-Bewerbung hätten wir keine Chance. In Ruhpolding müsste unter anderem ein zusätzliches olympisches Dorf errichtet werden, ein solches Subzentrum mit kostenintensiven Verkehrswegen ist nicht zu rechtfertigen."

SID: "Könnte der Entscheid für Sotschi 2014 die Chancen Münchens schmälern?"

Bach: "Im Gegensatz zu den Sommerspielen ist die Rotation der Kontinente im Winter nicht so ausgeprägt. Da wird eher in Gebirgen unterschieden. Die Alpen hätten zweimal hintereinander sicher kaum eine Chance, aber zwischen Kaukasus und Alpen wird schon unterschieden."

© SID

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