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21.01.2010

15:38 Uhr

Olympia-Skigebiet Whistler

Anlagenbetreiber droht Zwangsversteigerung

VonIngmar Höhmann

Wegen einer Finanzierungslücke drohen Kreditgeber mit einer Zwangsversteigerung eines Teils des Wintersportgebiets Whistler. Nach Angaben des Olympia-Organisationskomitees ist die Austragung der Wettbewerbe in Whistler zwar nicht gefährdet. Dennoch sorgt die Angelegenheit für mächtig Wirbel.

Kreditgeber drohen mit Zwangsversteigerung des Skigebiets. Foto: AFP SID

Kreditgeber drohen mit Zwangsversteigerung des Skigebiets. Foto: AFP

KÖLN. Mit Geldproblemen bei Olympia kennen sich die Kanadier aus: Die Sommerspiele 1976 in Montreal hinterließen einen Schuldenberg, den das Land über Jahrzehnte abtragen musste. Auch bei den Winterspielen im kommenden Februar sind die Kosten längst aus dem Ruder gelaufen. Nun steht erneut Ärger ins Haus: Der Betreibergesellschaft der Anlagen im Wintersportort Whistler, wo unter anderem die alpinen Skiwettbewerbe stattfinden sollen, droht wegen Zahlungsschwierigkeiten die Versteigerung ihres Eigentums. Angeblich haben die Gläubiger bereits das Zwangsvollstreckungsverfahren eingeleitet. Als Termin haben sie den 19. Februar festgelegt - wenn das größte Sportereignis des Jahres seinen Höhepunkt erreicht.

Drei Wochen vor Beginn geraten die Spiele damit in ein denkbar schlechtes Licht. Kurz nach Bekanntwerden der Finanzierungsprobleme spekulierten kanadische Medien bereits über eine Absage der olympischen Wettbewerbe. Offenbar hat der Skiresort-Betreiber Intrawest Ende Dezember eine Kreditrate in Höhe von 524 Mio. Dollar nicht bezahlt. Diese war Teil eines Darlehens über insgesamt 1,4 Mrd. Dollar, das die Muttergesellschaft Fortress aufgenommen hatte. Der in New York ansässige Hedge-Fonds hatte Intrawest im Jahr 2006 für 2,8 Mrd. Dollar übernommen und einen Teil des Kaufs mit Krediten finanziert.

Bei der Bezahlung gerät das Unternehmen nun in Verzug. Die Gläubiger, unter denen sich neben den Investmentgesellschaften Davidson Kempner Capital Management und Oak Hill Advisors angeblich auch Lehman Brothers befindet, drängen auf eine baldige Lösung.

Nach Angaben des Olympia-Organisationskomitees Vanoc ist die Austragung der Wettbewerbe in Whistler nicht gefährdet. Er sei zuversichtlich, dass die Finanzprobleme von Intrawest nicht die Spiele stören würden, sagte Vizepräsident Dan Doyle auf einer Pressekonferenz. Die Wahrscheinlichkeit sei "minimal".

Rusty Goepel, Chef des Vorstands des Olympia-Organisationskomitees Vanoc, ergänzte: "Es macht keinen rationalen Sinn, durch eine Zwangsversteigerung des Gebietes den Ablauf ausgerechnet jener Veranstaltung zu stoppen, die den Wert des gesamten Gebietes erheblich steigern wird. Whistler wird bei Olympia so im Mittelpunkt stehen wie noch nie in seiner Geschichte. Da versuche ich doch nicht, unbedingt eine Auktion durchzuziehen."

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