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24.01.2006

10:13 Uhr

Olympische Disziplinen

Biathlon – Extrem konträr, extrem populär

Haben Sie schon mal versucht, einen Faden durch ein Nadelöhr zu ziehen, nachdem Sie die Treppe eines Hochhauses mit 25 Stockwerken hinaufgespurtet sind? Die Kombination aus Anstrengung beim Laufen und Konzentration beim Schießen bei den Biathleten ist vergleichbar.

Beim Schießen ist Konzentration gefragt. Foto: sid

Beim Schießen ist Konzentration gefragt. Foto: sid

HB DÜSSELDORF. Das Wort Biathlon stammt aus dem Griechischen und bedeutet Doppelwettkampf: Der Biathlon kombiniert die beiden Disziplinen Skilanglauf und Schießen. Die erste Aufzeichnung eines Biathlon-Wettkampfes stammt aus dem Jahr 1767 aus einer Region nahe der schwedisch-norwegischen Grenze.

Bei den ersten Olympischen Winterspielen in Chamonix 1924 wurde Biathlon unter der Bezeichnung "Militärpatrouille" als Demonstrations-Sportart vorgeführt. Die Faszination des Biathlon liegt in der Verbindung der beiden extrem konträren Sportarten Skilanglauf und Schießen. Während der Puls der Biathleten in der Loipe häufig 180 Schläge pro Minute erreicht, ist am Schießstand wieder völlige Konzentration gefragt.

1948 wurde der Internationale Verband für Modernen Fünfkampf - Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) - gegründet, 1953 entstand der Biathlon-Verband als Teil der UIPM. Der Moderne Fünfkampf und Biathlon genossen seinerzeit den Rang einer militärischen Sportart. 1968 erfolgte der Zusammenschluss und die Umbenennung des Verbandes in UIPMB - Union Internationale de Pentathlon Moderne et de Biathlon. Im gleichen Jahr fanden die ersten Weltmeisterschaften in Saalfelden in Österreich statt.

Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) Biathlon bereits 1954 als olympische Sportart anerkannt hatte, wurde in Squaw Valley 1960 erstmals ein olympischer Wettkampf ausgetragen. Den ersten Titel im Einzelwettkampf über 20 km sicherte sich der Schwede Klar Ivar. Der erste Staffel-Wettkampf wurde 1968 ausgetragen.

Biathlon wurde in der Vergangenheit von russischen und skandinavischen Sportlern dominiert. Aber auch Deutschland und die DDR konnten sich diverse Male in die Siegerliste eintragen. Bei der 4 x 7,5 km-Staffel der Männer stürzte die wiedervereinigte Bundesrepublik 1992 in Albertville den bis dato ungeschlagenen Seriensieger Russland vom Thron und konnte sich auch bei den beiden folgenden Winterspielen die Goldmedaille sichern.

In diesem Winter dominieren die deutschen Biathleten über weite Strecken die Konkurrenz. Ihre Erfolge - auch schon in den letzten Jahren - haben dazu beigetragen, dass der Biathlon-Sport extrem an Popularität gewonnen hat. Vor allem in Deutschland strömen Tausende Zuschauer zu den Rennen. Die übertragenden Fernsehsender freuen sich über hohe Einschaltquoten.

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