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19.03.2006

18:46 Uhr

Paralympics Paralympics

Braxenthaler beschert Deutschland auf Monoski Gold

Monoskifahrer Martin Braxenthaler bescherte dem deutschen Team mit seiner Goldmedaille im Slalom einen goldenen Abschluss bei den Winterparalympics in Turin. Damit konnte der 34-Jährige sein drittes Edelmetall gewinnen.

Der letzte Wettbewerb der Winterparalympics in Turin brachte dem deutschen Team am Sonntag weiteres Edelmetall. Der überragende Monoskifahrer Martin Braxenthaler hat mit zwei Traumläufen beim Slalom die Goldmedaille gewonnen und bescherte Deutschland einen goldenen Abschluss. Der 34-Jährige aus Traunstein gewann damit seine dritte Goldmedaille nach den Triumphen im Super-G und Riesentorlauf.

Bereits 2002 in Salt Lake City hatte der Querschnittsgelähmte viermal Gold gewonnen. "Es ist einmalig, dass ich nach den Erfolgen von Salt Lake hier noch einmal so gut war. Jetzt fahre ich 2007 noch die WM und dann kann ich ein Buch über Monoskifahren schreiben", meinte Braxenthaler.

Bronze sicherte sich im Slalom nach Gold in der Abfahrt der sehgeschädigte Gerd Gradwohl (Sonthofen). Bereits am Samstag hatte der armamputierte Gerd Schönfelder (Kulmain) Bronze im Slalom gewonnen und damit nach zweimal Gold und einmal Silber seinen Medaillensatz komplett gemacht.

Ernüchterung im Deutschen Behindertensportverband

Im nordischen Skiteam des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) herrschte dagegen am Abschluss-Wochenende ein wenig Ernüchterung. Die zweifache Goldgewinnerin Verena Bentele (München), die bei der Schlussfeier auf der Medals Plaza in Turin am Abend die deutsche Fahne tragen durfte, ging bei den Sehbehinderten im 15-km-Langlauf ebenso leer aus wie Frank Höfle (Isny) und Willi Brem (München) über 20 km.

Zweiter Platz für Deutschland

Nach 17 Gold-, einer Silber- und 15 Bronzemedaillen sowie Platz eins im Medaillenspiegel 2002 kamen die deutschen Sportler mit acht Gold sowie je fünf Silber und Bronze diesmal zwar nicht an Russland (13-13-7) vorbei, verzeichneten aber wieder eine glänzende Ausbeute. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Abschneiden unserer Mannschaft. Im Vergleich zu Salt Lake City hatten wir in einigen Entscheidungen nicht ganz so viel Glück, einige knappe Dinger liefen gegen uns", sagte DBS-Vizepräsident und Chef de Mission Karl Quade.

Die geringere Gesamtzahl der Medaillen war nach der Reduzierung auf lediglich drei Klassen ohnehin zu erwarten. Das System wurde allgemein als gelungen bezeichnet, Gerd Schönfelder meinte sogar: "Für mich waren es die besten Spiele überhaupt, denn aufgrund des neuen Wertungssystems war es noch nie so schwierig, eine Medaille zu gewinnen."

Während die deutschen Alpinen in den 16-jährigen Andrea Rothfuss und Theresa Kempfle sowie dem ein Jahr älteren Christian Junghanns schon die Zukunftshoffnungen dabei hatten, sieht es in Sachen Nachwuchs im nordischen Bereich derzeit eher schlecht aus. "Dort müssen wir schnellstens Ähnliches auf die Beine stellen wie bei den Alpinen", sagt Quade

Forderung nach besserer Förderung

. Wie ein roter Faden zogen sich die Forderungen der deutschen Athleten nach besserer Förderung durch die Spiele. Karl Quade: "Es muss unser Ziel sein, uns im vorhandenen Sportsystem mit beispielsweise Olympiastützpunkten zu integrieren. Dort wollen wir partizipieren, um die wissenschaftliche Begleitung zu optimieren."

Eine positive Bilanz zog Turins Organisationschefin Tiziana Nasi. Vor allem die Zuschauerzahl und die Stimmung auf den Rängen konnte die Italienerin - im Gegensatz zu einigen Olympia-Entscheidungen - zufrieden stellen. "Wir haben alle 250 000 Karten verkauft, wenn auch viele davon preisreduziert an Schüler", sagte Nasi.

© SID

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