Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2012

19:09 Uhr

Passkontrollen

Streik am Flughafen Heathrow kurz vor Olympia

Die britische Regierung kritisiert den Plan der Grenzkontrolleure am Londoner Flughafen Heathrow. Diese wollen am Tag vor Beginn der Olympischen Spiele streiken und dann vier Wochen keine Überstunden machen. Chaos droht.

Erste Gäste am Olympiastadion in London. dapd

Erste Gäste am Olympiastadion in London.

LondonDie Olympia-Macher beschwören die gute Stimmung, nur das unbeständige Wetter und eine Streikdrohung trüben derzeit die Vorfreude auf die Sommerspiele in London. Von der Arbeitsniederlegung könnten sowohl der Zugverkehr Richtung City als auch die Passkontrollen am Flughafen Heathrow betroffen sein. Tausende Mitarbeiter des Innenministeriums entschieden sich am Donnerstag in einer Abstimmung, im Streit um Gehälter und Stellenstreichungen die Arbeit niederzulegen. Die XXX. Olympischen Spiele beginnen am 27. Juli.

Am 26. Juli würden die Angestellten die Arbeit niederlegen und zwischen dem 27. Juli und 20. August keine Überstunden machen. Hintergrund ist ein Streit um den Abbau von Arbeitsplätzen und die Bezahlung. Die Olympischen Spiele dauern bis zum 12. August.

Der Minister für Kultur, Olympia, Medien und Sport, Jeremy Hunt, kritisierte die Pläne heftig. „Das wäre vollkommen im Gegensatz zur Stimmung der britischen Öffentlichkeit“, sagte er. Zuvor hatte Hunt Kritik an der unmittelbaren Olympia-Vorbereitung zurückgewiesen. „Es ist alles sehr glatt gelaufen, die Stimmung ist sehr gut“, sagte der Olympia-Minister gut eine Woche vor dem Start. Seit Anfang der Woche ziehen die Athleten ins olympische Dorf ein, die Wettkampfstätten bekommen den letzten Schliff.

Weil die private Sicherheitsfirma G4S nicht wie geplant 10 000 Sicherheitsleute zur Verfügung stellen konnte, hatte die britische Armee kurzfristig 3500 Soldaten abstellen müssen. Insgesamt sind jetzt 17 000 für Olympia im Einsatz. Auch die Polizei musste an mehreren Orten einspringen - G4S-Mitarbeiter erschienen einfach nicht.

„Bei einem Projekt dieser Größenordnung kann man damit rechnen, dass ein oder zwei Vertragspartner die Anforderungen nicht erfüllen“, sagte Hunt. Man beobachte sehr genau, wie viele Mitarbeiter G4S noch bereitstellen könne. Notfallpläne seien gemacht. So seien insgesamt 1200 weitere Soldaten in Bereitschaft versetzt worden. Sie könnten innerhalb von 48 Stunden im Dienst sein.

Innenministerin Theresa May gab unterdessen zu, bereits Ende Juni von den Problemen bei G4S erfahren zu haben. Sie hatte stets betont, erst Anfang Juli informiert worden zu sein. Die Opposition wirft ihr vor, falsch geplant zu haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×