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09.11.2011

14:28 Uhr

Pius Heinz

Deutscher Student pokert sich zum Multimillionär

Pius Heinz hat sich als erster Deutscher den Poker-Weltmeister-Titel gesichert . Am Finaltisch "November Nine" in Las Vegas konnte sich der 22-jährige Student durchsetzen - und 8,7 Millionen Dollar gewinnen.

8,7 Millionen Dollar und ein goldenes Armband - Pius Heinz kann das Finale der World Series of Poker für sich entscheiden. dapd

8,7 Millionen Dollar und ein goldenes Armband - Pius Heinz kann das Finale der World Series of Poker für sich entscheiden.

New YorkAls erster Deutscher hat ein 22-jähriger Student aus Bonn die Poker-Weltmeisterschaft in Las Vegas gewonnen und fast neun Millionen Dollar (6,3 Millionen Euro) eingestrichen. Pius Heinz gewann das entscheidende Spiel in der Nacht zum Mittwoch gegen seinen Rivalen aus Tschechien, Martin Staszko. Dieser erhielt als Zweiter 5,43 Millionen Dollar. 

„Es ist der glücklichste Tag meines Lebens“, sagte Heinz, zweitjüngster Sieger aller Zeiten des Wettbewerbs. „Ich versuchte, mich zu konzentrieren und keine Fehler zu machen“, erklärte er sein Vorgehen. Das letzte Duell, das sogenannte Heads Up, dauerte 119 Hände, neun Mal wechselte die Führung zwischen Heinz und Staszko hin und her. Heinz gewann schließlich nach mehr als sechs Stunden mit dem Ass-König gegen Staszko, der eine Piksieben und -zehn hielt. Den dritten Platz machte der US-Profispieler Ben Lamb. 

Neben den 8,72 Millionen Dollar erhielt Heinz ein goldenes Armband aus der Hand des Vorjahressiegers Jonathan Duhamel. Was er mit dem Preisgeld anfangen werde, wisse er noch nicht, sagte der 22-Jährige nach dem Spiel. Er sei sehr bescheiden und habe eigentlich alles, erklärte Heinz nach Angaben seiner Düsseldorfer Agentur. „Ich habe vor, meine Schwester bei ihrem Studium zu unterstützen, sowie meiner Mutter bei der Finanzierung einer Immobilie zu helfen.“ Mutter und Schwester sowie einige Freunde hatten den jungen Mann nach Las Vegas begleitet. 

Auf seiner Facebook-Seite schrieb Heinz: „Ich habe es für Deutschland getan.“ Der 22-Jährige begann mit 18 Jahren zu pokern und spielte vor allem online, wo er bereits einige Erfolge erzielte. Nach dem Abitur hatte er ein Studium der Wirtschaftspsychologie in Köln begonnen, wegen der Pokerkarriere legt er aber eine Pause ein. 

Der 35-jährige Staszko zeigte sich leidlich zufrieden mit dem zweiten Platz. „Es ist okay“, sagte er. „Ich bin nie zufrieden, wenn ich nicht gewinne.“ Das nächste Jahr wolle er wieder dabei sein und das Armband gewinnen. Auch Heinz will bei der nächsten World Series of Poker (WSOP) antreten, wie er seiner Agentur zufolge sagte. 

Es war das erste Mal, dass fast das ganze Spiel live auf dem Sender ESPN ausgestrahlt wurde. Der Wettkampf wurde mit 15 Minuten Verzögerung gesendet, damit die Spielaufsicht genug Zeit hatte, sicherzustellen, dass die Spieler nicht schummeln. Teils überlegten die Spieler über Minuten, bevor sie ihren nächsten Zug machten. 

Die WSOP wird seit 1970 ausgetragen und gilt als wichtigstes Turnier der Pokerwelt.

Von

dpa

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