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18.01.2011

11:19 Uhr

Radsport Doping

Floyd Landis beendet Radkarriere

Der Amerikaner Floyd Landis wird an keinen Wettkämpfen mehr teilnehmen. Er sei frustriert, dass der Kampf gegen Doping im Radsport nicht zu gewinnen sei, so der geständige Sünder.

Floyd Landis beendet mit sofortiger Wirkung seine Radsport-Karriere. Foto: SID Images/AFP/Franck Five SID

Floyd Landis beendet mit sofortiger Wirkung seine Radsport-Karriere. Foto: SID Images/AFP/Franck Five

Floyd Landis hat seine Karriere als Radprofi mit sofortiger Wirkung beendet. Der geständige Dopingsünder zeigte sich frustriert über das inkonsequente Vorgehen gegen verbotene Substanzen. "Ich bin ziemlich sicher, dass dieser Sport nicht zu retten ist. Aber das ist nicht mehr mein Kampf", sagte Landis espn.com.

Der 35-Jährige ist seit seinem Geständnis im Mai 2010 arbeitslos und gab die vergebliche Suche nach einem Team als Grund für seinen Rücktritt an. Im November war er als Gastfahrer bei der zweitklassig besetzten Tour of Southland in Neuseeland gestartet. "Ich höre nicht auf, weil ich verbittert bin", meinte Landis. "Ich habe fünf Jahre versucht, wieder einen Status zu erreichen, den ich eigentlich gar nicht mehr erreichen kann. Und das verursacht mehr Stress, als es wert ist."

Landis holte 2006 den Toursieg

Landis fuhr bis Mai für das Continental-Team Bahati Foundation. Der drittklassige Rennstall beendete jedoch nach dem Geständnis die Zusammenarbeit. Mit seinen Berichten über umfassendes Doping im früheren Team US Postal brachte er den Stein zu Ermittlungen gegen den siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong ins Rollen. Noch ist nicht entschieden, ob Anklage erhoben und ein Verfahren eröffnet wird.

Nach Jahren als Armstrongs Edelhelfer war Landis zum Schweizer Team Phonak gewechselt und hatte 2006 die Tour de France gewonnen. Nach einer in furioser Manier gewonnenen Etappe wurde der US-Amerikaner allerdings positiv auf Testosteron getestet. Der Gesamtsieg wurde ihm daraufhin aberkannt.

Landis beteuerte jahrelang seine Unschuld und gab sein gesamtes Vermögen sowie geschätzte zwei Mill. Dollar an Spenden für Verfahren aus, die er letztlich alle verlor. Er wurde zudem verdächtigt, einen Computer-Hacker beauftragt zu haben, in die Rechner des französischen Anti-Doping-Labors in Chatenay-Malabry einzudringen und interne Dokumente für seine Verfahren zu stehlen. Das Labor stellte daraufhin Strafanzeige, das Verfahren steht noch aus.

© SID

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