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11.01.2006

14:08 Uhr

Radsport Doping

Hondo setzt Kampf gegen Dopingsperre fort

Nach der Niederlage im Doping-Prozess vor dem Obersten Sportgerichtshof CAS plant Radprofi Danilo Hondo den Gang vor den Schweizer Bundesgerichtshof. Sein Anwalt Michael Lehner will dabei auch gegen den CAS vorgehen.

Rad-Profi Danilo Hondo kämpft mit seinem Heidelberger Anwalt Michael Lehner weiter für seine Unschuld. Dem Brandenburger war in zwei Tests bei der Murcia-Tour Anfang März 2005 das Aufputschmittel Carphedon nachgewiesen worden. Einen Tag nachdem der Oberste Sportgerichtshof CAS in Lausanne den 32-Jährigen wegen Dopings für zwei Jahre bis zum 31. März 2007 gesperrt hatte, kündigte Lehner den Gang vor den Schweizer Bundesgerichtshof an.

Hondo-Anwalt Lehner strengt Aufhebungsverfahren an

Wir werden ein Aufhebungsverfahren beantragen, dessen Wirkung weit über den Fall Hondo hinausgeht", sagte Lehner dem Sport-Informations-Dienst (sid). "Ich kann allen Sportlern nur raten, sich gegen den CAS als letzte Instanz zu wehren." Es sei ein unzulässiger Zwang, dass alle Athleten mit ihrer Unterschrift das Gremium als oberstes Gericht anerkennen müssten: "Dagegen muss man sich wehren." In juristischen Kreisen wird dem Vorstoß allerdings wenig Aussicht auf Erfolg eingeräumt. Bisher sind alle ähnlichen Anträge in Bern abgewiesen worden, weil das Bundesgericht den CAS als vollwertiges Schiedsgericht anerkennt und wie bei einer Revision nur die Einhaltung der Verfahrensregeln überprüft.

Hondo hatte die Nachricht auf Mallorca erreicht, wo er sich für die neue Saison einrollen wollte: "Ich bin fassungslos, ich war fest davon überzeugt, dass es für mich bald wieder los geht", sagte er. Die in erster Instanz vom Schweizer Sportgericht verhängte Ein-Jahres-Sperre wäre zum 1. April abgelaufen, ein Comeback beim Team Gerolsteiner schien möglich. Nun ist ihm die Rückkehr in die Protour sogar bis 2009 verbaut, da sich alle Erstliga-Teams verpflichtet haben, Dopingsünder frühestens nach vier Jahren erneut in ihre Reihen aufzunehmen.

Hondo bestreitet Manipulation

Hondo bestreitet weiter jede wissentliche Manipulation und beharrt darauf, die Substanz müsse durch Verunreinigung eines Vitamindrinks oder einer Zusatzernährung in seinen Körper gelangt sein: "Professor Franke hat Carphedon zum Beispiel im Vitaminpräparat Phanotrophyl nachgewiesen, das in Russland freiverkäuflich ist." Der Heidelberger Dopingexperte hatte Hondo am 22. November vor dem CAS mit Lehner verteidigt. Doch der CAS folgte dieser Argumentation nicht, sondern ganz der harten Linie von Weltverband UCI und Welt-Antidopingagentur Wada. Für die Halbierung der üblichen Zwei-Jahres-Sperre durch das Schweizer Sportgericht gebe es keine rechtliche Grundlage. Hondo, der mit Lebensgefährtin und gemeinsamer Tochter in Ascona wohnt, fuhr mit Lizenz des eidgenössischen Verbandes.

© SID

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