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09.01.2011

16:41 Uhr

Radsport Doping

UCI und Wada sollen im Fall Contador entscheiden

Der spanische Radsport-Verband Rfec will im Fall Alberto Contador das Urteil offenbar dem Weltverband UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) überlassen.

Alberto Contador droht eine Sperre. Foto: SID Images/Firo SID

Alberto Contador droht eine Sperre. Foto: SID Images/Firo

Für Alberto Contador wird die Luft immer dünner. Der dreimalige Toursieger kann offenbar nicht auf die Schützenhilfe seines Heimat-Verbandes Rfec hoffen und muss eine Dopingsperre befürchten. Wie die spanische Zeitung El Pais berichtet, will die Rfec das Urteil offenbar dem Weltverband UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) überlassen. Demnach wurden die von Contador eingereichten Unterlagen zur Verteidigung an UCI und Wada weitergeleitet. Beide Verbände sollen nun entscheiden, ob und wie hart der dreimalige Toursieger bestraft werden soll.

"Die UCI und Wada haben Wochen gebraucht, um zu entscheiden, dass wir ein Urteil sprechen müssen. Dann sollen sie nun auch beim Urteil helfen", zitiert das Blatt eine Quelle aus Verbandskreisen der Rfec: "Entscheiden UCI und Wada, dass er bestraft werden muss, wird er bestraft. Im umgekehrten Fall wird er nicht bestraft."

Für Contador würde dies einen schwerer Rückschlag bedeuten. Bislang war damit gerechnet worden, dass der spanische Verband ein mildes Urteil gegen sein Aushängeschild sprechen werde. UCI und Wada hatten für diesen Fall angekündigt, den Internationalen Sportgerichtshof CAS einzuschalten.

Contador positiv auf Clenbuterol getestet

Contador war am zweiten Ruhetag der Tour (21. Juli) positiv auf Clenbuterol getestet worden. Der Spanier hatte die positive Probe, die nur geringe Spuren der verbotenen Substanz aufgewiesen hatte, mit verunreinigtem Fleisch zu erklären versucht und fordert einen Freispruch. Insbesondere die Wada schenkt der Version Contadors aber nur wenig Glauben.

Contador ist nach dem positiven Ergebnis seiner A- und B-Probe seit dem 24. August vorläufig gesperrt. Bei einem Freispruch oder einem milden Urteil der Rfec könnte der Madrilene sofort wieder Rennen fahren - egal ob UCI oder Wada vor den CAS ziehen. "Dann hätten wir einen ähnlichen Fall wie bei Alejandro Valverde. Contador könnte bis zu einem endgültigen Urteil des CAS starten", sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani dem SID. Der mutmaßliche Fuentes-Kunde Valverde hatte 2010 noch monatelang Rennen bestritten und Siege eingefahren, ehe der CAS den Spanier schließlich aus dem Verkehr gezogen hatte.

UCI wirft Rfec zögerliche Haltung vor

Wird Contador nun womöglich zwei Jahre gesperrt, wäre die Saison für ihn gelaufen - unbhängig davon, ob er vor den CAS ziehen und einen über Monate andauernden Prozess in Kauf nehmen würde.

Die Rfec war in den vergangenen Monaten gehörig unter Druck geraten. UCI-Präsident Pat Mcquaid hatte den Spaniern eine zu lasche Haltung im Anti-Doping-Kampf vorgeworfen, und Wada-Präsident John Fahey bemängelte jüngst, dass die "Langsamkeit der spanischen Justiz" frustrierend sei.

"Mit dieser Maßnahme können sie uns nun nicht mehr vorwerfen, dass wir uns beim Urteil von einem vermeintlichen Patriotismus leiten lassen. Vielmehr können wir das Prozedere abkürzen. Wenn UCI und Wada mit unserer Entscheidung einverstanden sind, gehen sie nicht vor den CAS", hieß es bei El Pais.

© SID

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