Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.07.2011

21:54 Uhr

Radsport

Erster Doping-Fall bei der Tour de France

Die Tour de France hat ihren ersten Doping-Fall in diesem Jahr: Ins Netz der Kontrolleure ging ein ehemaliger Vizeweltmeister und Olympia-Dritter.

Die Tour de France bleibt offenbar auch in diesem Jahr nicht verschont von Doping-Skandalen. Quelle: dapd

Die Tour de France bleibt offenbar auch in diesem Jahr nicht verschont von Doping-Skandalen.

Die 98. Tour de France hat ihren ersten positiven Befund auf ein verbotenes Medikament. Der russische Radprofi Alexander Kolobnew von der Mannschaft Katjusha war am 6. Juli positiv auf das - oft zur Verschleierung von Dopingmitteln benutzte - Präparat Hydrochlorothiazid (HCT) getestet worden. Das bestätigte der Weltverband UCI am Montagabend. Der Fall und widersprüchliche Meldungen sorgten dabei zunächst für Verwirrung.

Der Fahrer sei gesperrt und von der Tour suspendiert worden, obwohl das harntreibende Mittel nicht auf der UCI-Dopingliste steht, berichtete der Online-Dienst der Sportzeitung „L'Équipe“. Ein ähnliches Präparat um ein nachgewiesenes Stimulanzmittel hatte 2010 zu einer Zweijahressperre des belgischen Bahnfahrers Iljo Keisse geführt.

„Dieses Mittel sieht nicht eine automatische Suspendierung vor. Wir hoffen, dass sein Team die entsprechenden Schritte einleitet“, erklärte dagegen der UCI-Sprecher Enrico Carpani am Montag. Ein Katjusha-Sprecher teilte auf Anfrage mit, dass die Mannschafts-Leitung noch keine Entscheidung Kolobnew betreffend vorgenommen habe. Der Profi lag nach der 9. Etappe auf dem 69. Rang des Gesamtklassements. Zu seinen größten Erfolgen in der Vergangenheit zählen Olympiabronze 2008 sowie WM-Silber 2007 und 2009.

Der 30 Jahre alte Russe kann die Öffnung der B-Probe beantragen. Der positive Befund wurde von dem renommierten Pariser Labor Chatenay-Malabry vorgenommen. Nach Angaben des Internet-Dienstes „Cyclingnews.com“ habe die „L'Équipe“, deren Verlag dem Tour-Veranstalter ASO gehört, noch vor dem Fahrer die Bestätigung des Fundes erhalten.

Laut UCI-Regularien kann der Fahrer mit einer Verwarnung davonkommen, wenn er erklärt, wie das als „spezifische Substanz“ deklarierte Mittel in seinen Körper gelangte. Keisse hatte vor drei Jahren den belgischen Verband überzeugt und zunächst eine Sperre vermieden. Damals legte jedoch die UCI Einspruch ein und der Internationale Sportgerichtshof CAS sperrte den Bahnradfahrer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×