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09.04.2006

17:14 Uhr

Radsport Fernfahrt

Cancellara holt Sieg bei Paris-Roubaix

Im Alleingang holte sich der Schweizer Zeitfahrmeister Fabian Cancellara den Sieg beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix. Bester Deutscher wurde T-Mobile-Kapitän Steffen Wesemann auf Rang sechs.

CSC-Kapitän Fabian Cancellara hat beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix triumphiert. Der 25-Jährige siegte im Velodrom von Roubaix nach 259km und 6:07:54 Stunden im Alleingang. Zweiter wurde 1:17 Minuten zunächst der Belgier Leif Hoste, der dann aber wegen Nichtbeachtung einer geschlossenen Bahnschranke wie sein Landsmann Peter van Petegem und der Russe Wladimir Gussew nachträglich disqualifiziert wurde. Davon profitierte T-Mobile-Kapitän Steffen Wesemann, der so 3:24 Minuten zurück noch Sechster wurde.

Boonen nachträglich noch Zweiter

Vorjahressieger Boonen kam eine Woche nach seinem Triumph bei der Flandern-Rundfahrt mit 1:51 Minuten Rückstand als Fünfter an, rückte wegen der Ergebniskorrektur aber auf den zweiten Platz vor. Wesemann war vor dem Finale die Puste ausgegangen: Schon vor Cancellaras Vorstoß rund 20km vor dem Ziel hatte der Flandern-Sieger von 2004 abreißen lassen müssen.

"Wir haben heute unser Bestes getan. Wir sind aggressiv gefahren und hatten immer einen Fahrer in der Spitzengruppe. Wesemann war gut. Aber durch seine Pausen wegen Krankheit hatte er noch nicht genug Kilometer in den Beinen, um so ein langes Rennen durchstehen zu können", sagte T-Mobile-Teamleiter Valerio Piva.

Doch auch Topfavorit Boonen konnte die Attacke von Cancellara nicht mehr parieren. Der Weltmeister hatte ohne Unterstützung seiner Quickstep-Teamkollegen als Einzelkämpfer in einer Spitzengruppe zu viel Kraft verbraucht. Auf den letzten zehn Kilometern zerrannen Boonens Hoffnungen endgültig, als er wegen der geschlossen Bahnschranke nicht folgen konnte.

Hincapie stürzt

Rund 90km vor dem Ziel hatten Boonen und Co. das Hauptfeld abgehängt. Pech hatte Discovery-Kapitän George Hincapie, der bei Kilometer 45 wegen eines gebrochenen Lenkers stürzte und mit einer Schulterverletzung aufgeben musste. Ein Sturzopfer war auch zuvor schon Milram-Profi Sebastian Siedler geworden. Der Leipziger gehörte allerdings im Gegensatz zu Wesemann nicht zum Favoritenkreis. "Wese" durfte lange vom erhofften Roubaix-Sieg träumen, konnte aber am Ende nicht mehr mithalten.

Schon 17km nach dem Start und rund 80km nördlich von Paris in Compiegne hatte das T-Mobile-Team die erste Attacke gestartet. Dabei kam Stephan Schreck jedoch nicht entscheidend weg. Der Erfurter musste sich bei hohem Anfangstempo von über 47 km/h rund eine Stunde gedulden, ehe er sich aus einer 20-köpfigen Spitzengruppe lösen konnte. Gemeinsam mit drei Fluchtkollegen setzte sich der Thüringer bei Kilometer 62 ab und fuhr zeitweise mit maximal 4:48 Minuten vor dem Peloton.

Der Ausflug endete rund 100km später im berüchtigten Wald von Arensberg. Auf dem 2,4km langen Abschnitt, einer von 27 Kopfsteinpflaster-Passagen, schlossen 17 Fahrer zu dem Führungsquartett auf. Der T-Mobile-Express hatte bis dahin mit sechs Fahrern das Tempo im Hauptfeld kontrolliert und war auch durch Schreck und Wesemann in der neuen Spitzengruppe um Boonen vertreten.

© SID

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