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18.03.2006

16:15 Uhr

Radsport Fernfahrt

Pozzato gewinnt 97. Fernfahrt Mailand-San Remo

Filippo Pozzato hat den Frühjahrs-Klassiker Mailand-San Remo gewonnen. Bei der 97. Auflage der Fernfahrt setzte sich der Italiener nach 294km gegen seinen Landsmann Alessandro Petacchi durch.

Filippo Pozzato hat die 97. Auflage der Frühjahrs-Fernfahrt Mailand-San Remo gewonnen. Der italienische Profi vom Team Quickstep setzte sich im Schlussspurt nach 294km auf der Via Roma gegen seinen Landsmann Alessandro Petacchi vom Milram-Team durch und hat somit das erwartete Duell der Super-Sprinter verhindert. Mit seinem Vorstoß auf den letzten 500 Metern düpierte Pozzato die gesamte Sprinter-Prominenz und hängte nach 6:30:42 Stunden auch seine favorisierten Quickstep-Teamkollegen Tom Boonen und Paolo Bettini ab.

Nur Petacchi konnte seinem italienischen Landsmann noch auf den letzten Metern der 97. "Primavera"-Auflage folgen. Doch auch der Milram-Kapitän kam nicht mehr heran. Boonen musste sich hinter dem Italiener Luca Paolini (Liquigas) mit dem vierten Platz begnügen. Nicht in Szene setzten konnte sich auf der Via Roma Petacchis Teamkollege Erik Zabel, der die Fernfahrt zwischen 1997 und 2001 viermal gewann.

"Ich kann keinem in unserer Mannschaft einen Vorwurf machen. Alessandro hat noch einen Super-Sprint hingelegt. Erik hat vorher versucht, dass Loch zu schließen. Aber Pozzato hatte vorher in der Spitzengruppe nicht mitgearbeitet und am Ende noch die Kraft, die Lücke zu reißen. Wir haben hervorragend gekämpft", sagte Milrams Teamleiter Jan Schaffrath nach den kraftraubenden 294 Kilometern der "Classicissma"

T-Mobile-Team ohne Glück

Nicht vom Glück begünstigt war das T-Mobile-Team, bei dem der an einer Erkältung erkrankte Klassiker-Spezialist Steffen Wesemann ebenso vorzeitig aussteigen musste wie sein Kollege Stephan Schreck. "Die Ausfälle waren ein Schlag für uns. Immerhin waren Andreas Klier, Linus Gerdemann und Patrik Sinkewitz in der vorderen Gruppe. Aber sie sind eben keine Sprinter", sagte Teamleiter Valeri Piva.

Als Lehrstück für sein junges Team sah der Gerolsteiner Manager Hans-Michael Holczer das dritte Protour-Rennen der Saison: "Die Jungen haben sich nicht schlecht gehalten. Sie haben gesehen, dass sie mithalten können. So eine Erfahrung ist wichtig."

Insgsamt waren 15 Deutsche bei winterlich kühlen Temperaturen um drei Grad Celsius am Samstagmorgen in der Hauptstadt der Lombardei auf die Reise gegangen. Nach rund 30km hatte sich eine achtköpfige Spitzengruppe gebildet, die auf den nächsten 100km einen Vorsprung von über elf Minuten herausfuhr.

Am Aufstieg zum 522m hohen Truchino-Passes bei "Halbzeit" des längsten Straßenrennens der Saison begann der Vorsprung der Flüchtlinge zu schmelzen. Dafür hatten die Profis vom Milram- und Quickstep-Team gesorgt, die im Peloton Druck machten und schon früh den Grundstein für das Sprintfinale legten.

Sprinter legten teilweise 46km/h Durchschnittsgeschwindigkeit vor

Durch das Powerplay der Sprintteams legte das Feld ein enormes Tempo vor. Zeitweise lag der Schnitt bei 46km/h. Dem Ansturm konnten die Ausreißer erwartungsgemäß nicht standhalten, 30km vor dem Ziel bei der Anfahrt zur 240m hohen "Cipressa" war die Flucht zu Ende. Doch in den berüchtigten Poggio-Kurven auf den letzten vier Kilometern vor der Zielgeraden zog eine kleine Gruppe erneut davon, wobei Pozzato den richtigen Riecher hatte.

Die Protour-Saison wird in zwei Wochen in Belgien fortgesetzt. Am 2. April steht die 90. Flandern-Rundfahrt auf dem Programm.

© SID

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