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07.01.2007

15:25 Uhr

Jan Ullrich und Jörg Jaksche dürfen sich neue Hoffnung machen, 2007 wieder an Radrennen teilnehmen zu können. Die unter Dopingverdacht geratenen deutschen Profis haben auf der Suche nach neuen Arbeitgebern offensichtlich neue Ansprechpartner gefunden. Nach Informationen des in Italien ansässigen Internet-Anbieters tuttobiciweb.com wird Ullrich vom zweitklassigen italienischen Team "Acqua e Sapone" umworben, während Jaksche beim österreichischen Volksbank Team im Gespräch sein soll.

In Italien bestätigte Rennstall-Manager Palmiro Masciarelli entsprechende Gespräche. "Es stimmt, dass Jan und ich uns in dieser Richtung sehr positiv unterhalten haben. Aber es gibt viel zu klären. Es geht ja nicht nur um Jan, denn er will drei Fahrer mitbringen", wird der Teamchef zitiert. Zunächst sollen grundsätzliche Fragen geklärt werden.

"Wir arbeiten daran, aber der Weg ist noch lang"

"Ich muss zuerst mit der Mannschaft reden, angefangen mit Stefano Garzelli. Das Team hat sich gut entwickelt, und da will ich nichts gefährden. Dann gibt es da noch unseren Sponsor. Rein informativ haben wir uns schon recht positiv verständigt, aber es gibt noch viele Details zu besprechen", sagte Masciarelli, der "das Projekt" Ullrich als fazinierend empfindet: "Wir arbeiten daran, aber der Weg ist noch lang, und zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht zu sehen, wohin er führt."

Ein wesentliches Problem bei der Verpflichtung von den in den so genannten spanischen Dopingsskandal verwickelten Fahrern dürfte die Haltung der Rennveranstalter sein. Einen Ehrenkodex, der die Proteams zum Boykott in Verdacht geratener Fahrer und deren Arbeitgeber verpflichtet, gibt es in den unterklassigen Rennserien zwar nicht, dennoch könnten lukrative Einladungen ausbleiben.

Masciarelli will mit den Veranstaltern reden

"Ich möchte gerne mit den Veranstaltern reden. Und dann müssen wir auch noch die Entscheidung des Schweizer Verbandes abwarten", sagte Masciarelli. In Ullrichs Schweizer Wahlheimat ist die Frage noch offen, ob und wann ein juristisches Verfahren gegen ihn eingeleitet wird. Entscheidend dafür ist, wann die spanischen Behörden die Unterlagen über die Untersuchungen im Rahmen der "Operacion Puerto" freigeben.

Zudem sind Rennställe und Verbände, die Dopingverdächtigen Fahrerlaubnisse erteilen, von Sanktionen durch den Internationalen Radsportverband UCI bedroht. In diesem Zusammenhang stellte UCI-Präsident Pat Mcquaid den Verantwortlichen in Italien ebenso wie Belgiern, Franzosen, Spaniern und Niederländern am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio des ZDF schlechte Noten aus.

Dagegen würdigte der Ire Deutschland für konsequenten Anti-Dopingkampf. Schon vor Wochen hatten unter anderem die Veranstalter der Deutschland-Tour klar gemacht, dass Teams mit Dopingverdächtigen keine Starterlaubnis erhalten. Andernfalls würden auch keine TV-Gelder fließen.

© SID

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