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10.01.2007

15:28 Uhr

Radsport International

Zabel und Petacchi bilden Doppelspitze bei Milram

Erik Zabel und Alessandro Petacchi bleiben nach einer durchwachsenen Premierensaison die Leitwölfe beim Milram-Team. 2007 sollen unter anderem bei den großen Rundfahrten bessere Ergebnisse herausgefahren werden.

In ihrem zweiten Radsport-Jahr setzen die Verantwortlichen des Milram-Teams auch 2007 auf Erik Zabel und Alessandro Petacchi als Leitwölfe. "Wir haben weiter Vertrauen beide und die Mannschaft wieder um sie herum gebaut", bekräftigte Manager Gianluigi Stanga am Mittwoch bei der Teampräsentation in Bremen.

2007 will sich Milram vor allem beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo (24. März), den drei großen Rundfahrten Giro (12. Mai bis 3. Juni), Tour (7. bis 30. Juli) und Vuelta (1. bis 23. September) sowie den Weltmeisterschaften in Stuttgart (25. bis 30. September) in vorderster Reihe präsentieren. "Wir haben schon in der vergangenen Saison 90 Podiumsplätze errungen, aber dieses Ergebnis ist ausbaufähig", sagte Stanga, in dessen 27-köpfigem Kader Spaniens Ex-Weltmeister Igor Astarloa der prominenteste Neuzugang ist.

Zabel richtet Fokus auf Tour und WM

Für Zabel ist besonders die zweite Jahreshälfte wichtig. "Mein Hauptaugenmerk gilt der Tour de France und der WM in Stuttgart, die für mich ein besonderes Highlight ist", erklärte der 36-Jährige. Im wohl vorletzten Jahr seiner Karriere gönnt sich der Vizeweltmeister daher einen ungewohnt späten Saisoneinstieg: "Ich nehme mir drei Wochen mehr Zeit zur Vorbereitung und werde die ersten Straßenrennen erst Mitte Februar bestreiten." Ab Donnerstag ist der Mann aus Unna allerdings noch beim Bremer Sechstagerennen (11. bis 16. Januar) auf der Bahn aktiv.

Konkrete Zielvorgaben will sich der gebürtige Berliner im 15. Jahr als Profi nicht mehr setzen. "Mir bricht kein Zacken mehr aus der Krone, wenn ich einem besseren Fahrer den Vortritt lassen muss. Ich kann auch als Zweiter, Dritter oder Vierter zufrieden sein", so der zwölfmalige Tour-Etappensieger und Gewinner von sechs Grünen Trikots.

Milram mit neuer Philosophie

Überhaupt setzt Milram als Konsequenz aus der zunehmenden Doping-Diskussion künftig auf eine Philosophie, die nicht mehr den Sieg als höchste Priorität hat. "Wir vermitteln unseren Fahrern, dass wir keinen Erfolg um jeden Preis wollen. Siege müssen auf ehrliche Weise erkämpft werden, sonst muss man auch mit den Plätzen dahinter zufrieden sein", sagte Stanga.

Für Zabel eine ungewöhnliche Vorgabe: "Es war für uns Fahrer schon überraschend, als uns das beim Mannschaftstreffen im November so verkündet wurde. Sonst heißt es doch immer: Platz zwei ist gut, aber nicht gut genug." Dabei wäre es für Zabel kein Problem, in einem Rennen auf seinen unter Dopingverdacht stehenden früheren T-Mobile-Kollegen Jan Ullrich zu fahren. "Solange keine Beweise, sondern nur Vermutungen vorgebracht werden, sollte man alle ihren Sport ausüben lassen."

"Als junger Fahrer hätte ich Zukunftsängste"

Im Sinne des Radsports wünscht sich Zabel baldige Aufklärung in der spanischen Affäre um den Arzt Eufemiano Fuentes, der mehr als 50 Profis "betreut" haben soll. "Wichtig ist, dass der Fall möglichst schnell zum Abschluss gebracht wird, damit wir im Interesse aller bald Klarheit haben."

Daneben sprach sich der Routinier erneut für obligatorische DNA-Tests aus: "Damit hätten wir sofort Sicherheiten, und das ist es, was wir brauchen." Angesichts der Doping-Diskussion um seinen Sport sei er sogar froh, schon im reiferen Sportler-Alter zu sein: "Als junger Fahrer hätte ich Zukunftsängste."

© SID

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