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10.01.2006

18:04 Uhr

Radsport

Keine Gnade für Doping-Radler Danilo Hondo

Harte Strafe für Dopingssünder Danilo Hondo: Der Internationale Sportgerichtshof hat den Radprofi für zwei Jahre gesperrt. Die Karriere des 31-Jährigen Sprinters, der vor seiner Sperre für das Team Gerolsteiner an den Start ging, dürfte damit ein unrühmliches Ende nehmen.

HB LAUSANNE. Der Internationale Sportgerichtshof CAS kommt damit der Forderung der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada in allen Belangen nach. Erst am 1. April 2007 wird die Sperre auslaufen. Zudem ist es dem 31-Jährigen untersagt, nach Ablauf der Sperre für weitere zwei Jahre für ein ProTour-Team zu fahren. Das Urteil bestätigte 49 Tage nach der CAS-Verhandlung in Lausanne Hondo-Anwalt Michael Lehner, der seinen Mandanten noch nicht erreicht hatte, um ihm die bittere Wahrheit zu übermitteln. Hondo trainiert zur Zeit in St. Moritz in Erwartung einer Fahrerlaubnis ab 1. April 2006.

„Die Wada hat sich in aller Brutalität durchgesetzt. Ich weiß nicht, ob wir weitere Instanzen, ein ordentliches Gericht, anrufen. Das muss ich erst mit dem armen Kerl Hondo besprechen“, sagte der Heidelberger Jurist, der auf Milde der CAS gehofft hatte. Lehner hatte auch Olympiasieger Dieter Baumann in dessen Dopingfall vertreten

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Die dreiköpfige Entscheidungs-Instanz des CAS unter Vorsitz des Franzosen Bernard Foucher, die sich mit der Urteilsverkündung so viel Zeit ließ, konnte zwischen vier Urteils-Varianten wählen: Die Wada forderte zwei Jahre Sperre bis 1. April 2007 mit anschließendem, zweijährigem Arbeitsverbot in einem ProTour-Team. Der Schweizer Verband beharrte auf seinem Urteil vom 2. Juni: Ein Jahr Sperre bis 1.April 2006, ein weiteres Jahr auf Bewährung und 64 000 Geldstrafe. Der Weltverband UCI wollte lediglich ein Jahr Sperre, Lehner hatte am 22. November Freispruch gefordert. Alle vier Parteien hatten den CAS angerufen.

Hondo war im März vergangenen Jahres überführt worden, als Spitzenreiter der Murcia-Rundfahrt in Spanien das verbotene Amphetamin Carphedon eingenommen zu haben. Allerdings waren die nachgewiesenen Spuren so gering, dass weder unzweifelhaft von Absicht ausgegangen, noch eine aufputschende Wirkung durch das Präparat erzielt werden konnte. Diese These vertrat bei der CAS-Verhandlung in Lausanne auch Professor Werner Franke als Entlastungszeuge für Hondo.Der anerkannte Biologe gilt als scharfer Kritiker mancher Praktiken im Profiradsport („Doping-verseucht“), sah Hondo in diesem Fall aber eher als Opfer weiter nicht geklärter Umstände.

Der CAS begründete das Urteil am Dienstag: Bei Carphedon handele es sich eindeutig um ein Stimulanzmittel. Die stünden auf der Dopingliste und Hondo sei in A- und B-Probe vom Labor in Madrid eindeutig positiv getestet worden.

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