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10.01.2008

14:19 Uhr

Radsport Protour

Zabel steigt Ende 2008 aus dem Rennsattel

Ende 2008 will Erik Zabel einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere ziehen. "Ich denke, dass es mein letztes Jahr im Rennsattel sein wird", erklärte der 37-Jährige bei der Präsentation des Milram-Rennstalls.

Die Radsport-Saison 2008 soll die letzte in der aktiven Karriere von Erik Zabel sein. "Ich denke, dass es mein letztes Jahr im Rennsattel sein wird", erklärte der 37-Jährige bei der Präsentation seines deutschen Milram-Teams in Bremen. Der nach der Zahl der Siege erfolgreichste deutsche Radprofi, der im vergangenen Mai ein Doping-Vergehen aus dem Jahr 1996 ("einmal Epo ausprobiert") gestanden hatte, würde seine Karriere damit nach insgesamt 16 Jahren beenden.

Ende vergangenen Jahres war Zabel noch einmal mit seinem langjährigen Rennstall T-Mobile in Verbindung gebracht worden, hatte sich aber schließlich doch für eine Vertragserfüllung bei Milram bis Ende 2008 entschieden. "Ausschlaggebend waren der bestehende Vertrag und das gute Verhältnis zu meinem jetzigen Arbeitgeber", begründete der Sprintspezialist seinen Entschluss. Vor seinem Wechsel zu Milram vor zwei Jahren war Zabel insgesamt 13 Jahre für Telekom und T-Mobile gefahren.

Kleine Hintertür bleibt offen

Eine kleine Hintertür ließ sich der Unnaer dennoch offen. "Wenn ich in diesem Jahr feststellen sollte, dass mir der Radsport doch noch so viel Spaß macht oder wenn Alessandro Petacchi mich bitten würde, noch ein Jahr an seiner Seite zu fahren, würde ich es mir vielleicht überlegen", so der Gewinner von zwölf Tour-de-France-Etappen. Wie schon in den beiden Vorjahren soll Zabel auch 2008 bei Milram eine Doppelspitze mit dem Italiener Petacchi bilden.

Alle 27 Fahrer der Mannschaft, die ihre erste Saison mit einer deutschen Lizenz bestreiten wird, werden sich in diesem Jahr einem umfangreichen Anti-Doping-Programm unterziehen. Dieses richtet sich im Wesentlichen nach den Maßgaben des Weltverbandes UCI, des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC) sowie der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Nach dem Rückzug von T-Mobile als Radsponsor ist Milram 2008 neben dem Team Gerolsteiner das zweite deutsche Pro-Tour-Team.

Kampf gegen Doping hat oberste Priorität

Vor allen sportlichen Erfolgen hat in diesem Jahr der Kampf gegen Doping oberste Priorität. "Nur Siege mit fairen Mitteln haben für uns Bedeutung. Daher haben wir eine Vielzahl von Maßnahmen vertraglich festgelegt, so wie es die internationalen und nationalen Verbände und Anti-Doping-Agenturen gefordert haben", erklärte der neue Teamchef Gerry van Gerwen (Niederlande).

In Sachen Doping-Bekämpfung drohen den Milram-Fahrern neben Sperren von bis zu vier Jahren für Protour-Teams und der Rückzahlung eines Jahresgehalts bei entsprechenden Vergehen künftig auch empfindliche Schadensersatzklagen. In die neuen Verträge der Profis wurden entsprechende Klauseln eingebaut. "Wir wollen in Zukunft die Schlupflöcher schließen und dem Einzelnen deutlich machen, dass sich Betrug nicht lohnt", sagte Martin Mischel als Marketingchef des Hauptsponsors Nordmilch.

Sieben - überwiegend junge - Neuzugänge sollen das Team 2008 verstärken. Mit insgesamt zwölf Fahrern stellen die Deutschen dabei die größte Fraktion. Daneben fahren sieben Italiener, drei Slowaken, zwei Ukrainer sowie je ein Niederländer, Spanier und Australier für die Equipe. Interessantester Neuzugang ist der Slowake Peter Velits, der sich bei der Straßen-WM im September in Stuttgart den Titel in der U23-Klasse sicherte.

© SID

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