Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.04.2006

08:31 Uhr

Radsport Rundfahrt

Flandern-Rundfahrt: Alle jagen Tom Boonen

Bei der heutigen Flandern-Rundfahrt vor den Toren Brüssels, hat nicht nur Top-Favorit Tom Boonen ein Heimspiel. Auch der T-Mobile-Kapitän Andreas Klier, der seit Jahren in Flandern lebt, fährt durch heimisches Terrain.

Mit der Flandern-Rundfahrt vor den Toren Brüssels steht heute (13.00 Uhr/live bei Eurosport) der zweite Frühjahrs-Klassiker der Radsport-Saison auf dem Programm. Als Top-Favorit geht der Belgier Tom Boonen bei seinem Heimrennen an den Start. Der Weltmeister zeigte sich bisher in toller Frühform und wird im Sprint kaum zu schlagen sein. Ein Heimspiel hat aber auch der T-Mobile-Kapitän Andreas Klier, der seit Jahren mit Frau und Kindern in Flandern lebt. Der Vorjahreszweite schickte auch gleich eine Kampfansage an den Rest des Feldes: "Ich werde hier nicht eher wegziehen, bis ich dieses Rennen gewonnen habe", sagte Klier.

Klier baut auf den 258km von Brügge bis Ninove bei Brüssel auf eine starke T-Mobile-Mannschaft, nachdem er sich im vergangenen Jahr nur Quickstep-Kapitän Boonen geschlagen geben musste. Auch dieses Mal zeigt Klier Respekt, aber keine Angst: "Tom ist der derzeit beste Fahrer. Aber es ist nicht unmöglich, ihn am Sonntag zu schlagen. Wir haben ein perfektes Klassiker-Team."

Valerio Piva, Sportlicher Leiter bei T-Mobile, sieht das nicht anders: "Andy ist in guter Form. Ich bin zuversichtlich. Unsere Mannschaft hat das Zeug dazu, dieses Monument des Radsport zu gewinnen."

Zabel rechnet sich Chancen aus - Wesemann nicht am Start

Aber auch Erik Zabel rechnet sich nach Platz vier im Vorjahr einiges aus. Nach Platz zwei von Alessandro Petacchi bei Mailand-San Remo will der Italiener diesmal für den deutschen Milram-Kapitän fahren, der die "Fahrt durch das Fegefeuer" Jahr um Jahr besser gemeistert hat.

Auf den 17 giftigen Anstiegen konzentrieren sich bei T-Mobile alle Hoffnungen auf Klier, nachdem Steffen Wesemann wegen eines grippalen Infekts passen musste. Der in der Schweiz lebende "Wese" hat die "Ronde von Vlaanderen" 2004 als zweiter Deutscher nach Rudi Altig (1964) bereits einmal gewonnen und kennt die tückischen "Hellinge" mit bis zu 20 Prozent Steigung.

"Mauer von Geraardsbergen" flößt Respekt ein

Vor allem die steile Kopfsteinpflaster-Passage an der "Mauer von Geraardsbergen kurz vor dem Ziel hat oft die "Spreu vom Weizen" getrennt. "Nur wer dort oben in der Spitzengruppe ist, besitzt eine Siegchance. Auf den restlichen 16 flachen Kilometern kann man kaum einen Rückstand wieder aufholen", sagt Wesemann, der sich nun auf Paris-Roubaix konzentriert.

Die vielen Anstiege und insgesamt 20km Kopfsteinpflaster sind nicht gerade auf die reinen Sprinter zugeschnitten. Dennoch setzt Teamleiter Jan Schaffrath im deutsch-italienischen Milram-Rennstall wie schon bei Mailand-San Remo auf die Doppelspitze mit Erik Zabel und Alessandro Petacchi. Diesmal mit umgekehrten Vorzeichen, denn der Italiener will Zabel unterstützen. Schaffrath: "Erik war im vorigen Jahr Vierter und in Flandern oft mit vorn. Wir haben eine starke Mannschaft, er ist unser Kapitän, ich traue ihm den Sieg zu."

Zumindest "ein Wörtchen mitreden" bei der 90. Auflage des 1913 erstmals gefahrenen Rennens will auch Gerolsteiner. Teamleiter Christian Henn: "Sicherlich ist Tom Boonen der große Favorit. Aber wir wollen uns gut verkaufen, toll wäre eine Top-10-Platzierung." Henn kennt aus eigener Erfahrung die Strapazen der "Ronde": "Das letzte Renndrittel fährst du absolut im roten Bereich."

Beim Eifel-Rennstall erhalten am Sonntag fünf Youngster ihre Chance. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf dem jungen Cottbuser Heinrich Haussler. Insgesamt sind für das Rennen 14 Deutsche in 26 Teams gemeldet.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×