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22.12.2015

13:33 Uhr

Radsport

Tour de France 2017 beginnt in Düsseldorf

Quelle:SID

Gute Nachrichten für den deutschen Radsport. Das wichtigste Radrennen der Welt startet 2017 in Düsseldorf. Es ist das vierte Mal, dass die Tour in Deutschland beginnt. Besonders freut das Zeitfahrspezialist Tony Martin.

Gut für den deutschen Radsport – die Tour de France gastiert 2017 in Düsseldorf. SID

Die Tour de France 2017 beginnt in Düsseldorf

Gut für den deutschen Radsport – die Tour de France gastiert 2017 in Düsseldorf.

Die Tour de France wird 2017 in Düsseldorf gestartet. Dies gab der Veranstalter ASO am Dienstag bekannt. Damit findet der „Grand Départ“ zum vierten Mal in Deutschland statt. Zuvor war der Auftakt des wichtigstes Radrennens der Welt 1965 in Köln, 1980 in Frankfurt/Main und 1987 in West-Berlin über die Bühne gegangen.

Voraussichtlich Anfang Juli 2017, der genaue Termin wird noch bekannt gegeben, wird Düsseldorf zum Nabel der Radsport-Welt. Zur Teamvorstellung an einem Donnerstag, dem öffentlichen Training am Freitag, dem Prolog (Einzelzeitfahren) am Samstag und dem Start der ersten Etappe am Sonntag erwarten die Veranstalter Hunderttausende Fans. Elf Millionen Euro beträgt der Etat für die viertägige Veranstaltung, 6,2 Millionen davon soll die Stadt tragen.

Auch über die genaue Streckenführung schweigen sich die Organisatoren noch aus. Die ASO bestätigte dem SID am Dienstag, dass am 14. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz in Paris die Details präsentiert werden.

Doping-Skandale im Radsport

1998

Während der Tour de France werden bei Festina-Team-Betreuer Willy Voet massenhaft unerlaubte Substanzen zum Dopen gefunden. Es folgen Razzien der Polizei, ein flächendeckendes Doping-System im Radsport wird enttarnt.

1999

Marco Pantani, Toursieger von 1998, wird als Führender aus dem Giro d'Italia genommen, nachdem bei ihm ein erhöhter Hämatokritwert nachgewiesen worden war. 2001 erhielt er eine sechsmonatige Sperre, nachdem eine Insulin-Spritze bei einer Razzia gefunden wurde. In Nachuntersuchungen wies eine Dopingprobe bei der Tour 1998 Spuren von EPO auf. 2004 stirbt der „Pirat“ an einer Überdosis Kokain.

2006

Zwei Tage vor dem Start der Tour de France werden neun Fahrer, unter ihnen Jan Ullrich und der Italiener Ivan Basso, von der Rundfahrt ausgeschlossen. Sie sollen mit dem mutmaßlichen spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes zusammengearbeitet haben. US-Profi Floyd Landis wird positiv auf Testosteron getestet. 14 Monate später wird er für zwei Jahre gesperrt. Der Tour-de-France-Sieg wird ihm aberkannt. Im Mai 2010 gibt er Doping zu.

2007

Die Radprofis Jörg Jaksche, Bert Dietz, Christian Henn, Udo Bölts, Brian Holm, Rolf Aldag, Erik Zabel und Bjarne Riis, der Tour- Sieger von 1996, gestehen Doping. Die Sportärzte Lothar Heinrich, Andreas Schmid und Georg Huber werden von der Universitätsklinik Freiburg suspendiert.

2010

Tour-de-France-Sieger Alberto Contador wird positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet. Im Februar 2012 wird der spanische Radprofi vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu einer Zweijahressperre bis August 2012 verurteilt, zudem werden ihm seine Ergebnisse seit Juli 2010 aberkannt.

2012

Der deutsche Ex-Radprofi Jan Ullrich wird vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne wegen Dopings schuldig gesprochen und bis August 2013 gesperrt. Zudem werden ihm alle Ergebnisse seit Mai 2005 aberkannt.

2013

Nach jahrelangem Leugnen gibt der frühere US-Radprofi Lance Armstrong in einem Fernsehinterview Dopingmissbrauch zu. Er habe von Mitte der 90er Jahre bis 2005 mit EPO, Testosteron, Kortison und Wachstumshormonen manipuliert und Blutdoping betrieben, sagt der Amerikaner, dem bereits 2012 alle sieben Tour-de-France-Siege aberkannt worden waren. Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte ihn mittels Zeugenaussagen überführt und lebenslang gesperrt.

2015

Nach weiteren fünf Dopingfällen bei Astana, dem Team des amtierenden Tour-Siegers Vincenzo Nibali, fordert der Weltverband UCI den Lizenzentzug. Grundlage sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Padua, denen zufolge Teamleiter Alexander Winokurow und weitere Teammitglieder Kontakt zum lebenslang gesperrten Dopingarzt Michele Ferrari gehabt haben. Dazu beruft sich die UCI auch auf eine Untersuchung des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Lausanne und erklärt, es habe „große Unterschiede“ zwischen der vom Team proklamierten Anti-Doping-Politik und der Realität gegeben.

„Für mich als Sportler ist das ein Sechser im Lotto. Der Tour-Start seit längerer Zeit mal wieder in Deutschland, und dann auch noch mit einem Zeitfahren, was meine Paradedisziplin ist – besser geht's eigentlich nicht“, sagte Radprofi Tony Martin dem ARD-Hörfunk und sprach von einem „Meilenstein für den deutschen Radsport und seine Fans“. Der Grand Départ in Düsseldorf werde „viel bewegen und auch noch mehr Fans wieder zum Radsport zurückholen.“

Der Rat der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf hatte sich Anfang November wegen der zu erwartenden hohen Kosten nur knapp mit 40:39 Stimmen dafür entschieden, sich um den Start der Frankreich-Rundfahrt zu bewerben. Zuvor war London als möglicher Kandidat abgesprungen.

Düsseldorf hatte bereits zweimal mit dem Gedanken gespielt, Tour-Gastgeber zu werden: 2009 erhielt Monaco den Vorzug, 2010 zogen die Rheinländer wegen der zahlreichen Doping-Skandale zurück.

Tony Martins Karriere: Weltmeister mit viel Pech und Stürzen

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Das hatte sich Tony Martin anders vorgestellt. Bis zu den Pyrenäen wollte er sein Gelbes Trikot verteidigen, stattdessen führte ihn die Reise nach Hamburg zur Operation. Eine Karriere mit vielen Höhen und Tiefen.

Von

sid

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