Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.04.2006

20:03 Uhr

Radsport WM

Bartko zum dritten Mal Bahnrad-Weltmeister

In seiner Paradedisziplin der 4 000-m-Einerverfolgung ist Robert Bartko weiter der Schnellste. Bei der WM in Bordeaux holte sich der Bahnradfahrer aus Berlin bereits seinen dritten Titel.

Robert Bartko streckte die Faust in die Höhe und ließ seiner Freude freien Lauf. Der Doppel-Olympiasieger von Sydney 2000 holte bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Bordeaux zum dritten Mal in seiner Karriere nach 1999 und 2004 den WM-Titel in der Einerverfolgung und bescherte dem deutschen Team am zweiten Tag die erste Medaille. Einen Tag nach der Geburt seines zweiten Kindes hatte Bartko auf dem 250-m-Oval im Velodrome in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Niederländer Jens Mouris am Ende in 4:23,473 Minuten nur hauchdünn die Nase vorn.

"Den WM-Titel zu verteidigen, ist schon etwas Besonderes. Das ist die Bestätigung meiner harten Arbeit", meinte ein überglücklicher Bartko, der erst 500m vor Schluss den lange Zeit führenden Mouris überholte. "Ich bin so lange im Geschäft dabei und weiß, dass der letzte Kilometer entscheidend ist", sagte der 30-Jährige, der am Samstag in der Mannschaftsverfolgung die Titelkämpfe in der französischen Weinmetropole mit einer weiteren Medaille krönen will.

Brite Manning holt Bronze

Quasi ohne Wettkampfpraxis war Bartko nach Bordeaux gekommen. "Da ich keine Weltcups gefahren bin, wusste ich nicht, wo ich stehe. Umso glücklicher bin ich, dass es wieder zum Titel gereicht hat", so frühere Straßen-Profi weiter, der Nerven aufreibende Tage hinter sich hat. Erst am Donnerstag war für Bartko das lange Warten auf die Geburt seines zweiten Kindes zu Ende gegangen. Seine Freundin Peggy brachte mit einwöchiger Verspätung den Sohn Moritz zur Welt.

Hinter Bartko und Mouris ging Bronze an den Briten Paul Manning, der in 4:20,902 den Franzosen Fabien Sanchez (4:29,014) im "kleinen Finale" klar besiegte. Der deutsche WM-Debütant Karl-Christian König war derweil in der Qualifikation gescheitert. Der Berliner belegte in 4:38,106 Minuten nur den 21. und vorletzten Platz.

Enttäuschung bei Wolff und im Frauenlager

Die Chance auf eine Medaille im Keirin verspielte Sprint-Weltmeister Rene Wolff leichtfertig. "Ich war zu inaktiv. Ich habe den Angriff vom Kanadier einfach verpennt", räumte Wolff seinen Fehler im Halbfinale ein und musste sich am Ende mit Platz elf begnügen.

Im 1 000-m-Zeitfahren triumphierte derweil der Brite Chris Hoy in 1:01,361 Minuten vor dem Australier Ben Kersten (1:02,085) und Francois Pervis aus Frankreich (1:02,696). Die drei Deutschen Carsten Bergemann (Chemnitz/1:04,111), Michael Seidenbecher (Erfurt/1:04,210) und Benjamin Wittmann (Bann/1:05,150) belegten die Ränge 10, elf und 16.

Ernüchterung herrschte auch im deutschen Frauen-Lager: Zum vierten Mal in Folge wird die deutsche Damen-Riege wohl ohne Medaille die Heimreise antreten müssen. Im Sprint musste Dana Glöss im Viertelfinale den Traum von einer Überraschung begraben, zuvor waren bereits die Cottbuserin Christin Muche (Achtelfinale) und Miriam Welte aus Kaiserslautern (1. Runde) gescheitert.

Auch im Punktefahren war Elke Gebhardt (Eichstetten) ohne Chance auf eine Medaille. Mit fünf Zählern sprang lediglich Rang zwölf heraus. Es gewann Titelverteidigerin Vera Carrara (35) vor Olympiasiegrin Olga Sloussarewa aus Russland (35) und der Spanierin Gema Pascual Torrecilla (32). In den noch ausstehenden Frauen-Disziplinen Keirin und Scratch ist auch nicht mit Edelmetall zu rechnen.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×