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30.01.2011

11:56 Uhr

Radsport WM

Kupfernagel verpasst beim Heimspiel WM-Medaille

Die viermalige Weltmeisterin Hanka Kupfernagel hat bei der Radcross-WM in St. Wendel als Vierte eine Medaille verpasst. Marianne Vos verteidigte ihren Titel erfolgreich.

Hanka Kupfernagel (l.) wurde beim Heimspiel Vierte. Foto: SID Images/pixathlon SID

Hanka Kupfernagel (l.) wurde beim Heimspiel Vierte. Foto: SID Images/pixathlon

Die Enttäuschung stand Hanka Kupfernagel ins Gesicht geschrieben. Immer wieder schüttelte die deutsche Cross-Königin den Kopf und suchte nach Erklärungen für ihre verpasste Medaille beim Heimspiel in St. Wendel. "Ich bin ganz schön enttäuscht. Das war eine fantastische Stimmung hier. Ich wollte nichts lieber, als auf dem Podium stehen. Jetzt ist es nur die Holzmedaille", haderte Kupfernagel mit ihrem vierten Platz bei den Querfeldein-Weltmeisterschaften.

Damit riss ausgerechnet vor eigenem Publikum ihre beeindruckende Erfolgsserie. Zehnmal stand Kupfernagel bei einer Cross-WM am Start, zehnmal fuhr sie auf das Podest. "Ich werde ein bisschen brauchen, um das zu verdauen. Ich hätte mir so gewünscht, dass meine Beine ein wenig besser sind", ergänzte die viermalige Titelträgerin, die im Ziel 42 Sekunden hinter der alten und neuen Weltmeisterin Marianne Vos (Niederlande) lag. Die Plätze zwei und drei belegten die Amerikanerin Katherine Compton und die Tschechin Katarina Nash.



Deutsche Mannschaft geht bei WM leer aus

Damit ging die deutsche Mannschaft bei der WM leer aus, denn auch der frühere U23-Weltmeister Philipp Walsleben verpasste trotz einer starken Leistung das Podium. Der U23-Weltmeister von 2009 fuhr bei den Männern auf den fünften Platz und schaffte damit sein bestes Saisonergebnis. Eine Klasse für sich war aber der Tscheche Zdenek Stybar, der wie im Vorjahr den Titel holte. Die Belgier Sven Nys und Kevin Pauwels mussten sich mit den Plätzen zwei und drei begnügen.

"Ich habe an das Podium geglaubt, aber die anderen sind mir noch ein wenig voraus. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern. In drei, vier Jahren will ich um den Titel mitfahren", sagte Walsleben, der selbst ein wenig über die Platzierung überrascht war.

Insbesondere Kupfernagel hatte sich mehr vorgenommen, dabei war sie bei Volksfeststimmung so verheißungsvoll ins Rennen gestartet. Nach ihrem "besten Start der Saison" hatte die 36-Jährige fast die gesamte erste Runde in Führung gelegen und sogar einen kleinen Vorsprung herausgefahren. "Ich war selbst überrascht und habe gezweifelt, ob ich durchziehen soll. Vielleicht habe ich mich da selbst aus dem Rennen geschossen", analysierte Kupfernagel die erste Rennphase, bevor das Unheil seinen Lauf nahm.

Ein Sturz auf der zweiten Runde am ersten steilen Anstieg, an dem fast jeder Fahrer im Laufe des Wochenendes Bekanntschaft mit dem matschigen Untergrund gemacht hatte, brachte Kupfernagel aus dem Konzept. Das Führungstrio zog davon und auch eine Aufholjagd in der letzten Runde (Kupfernagel: "Da lief es immer besser") führte nicht mehr zur erhofften Medaille.

Spitz fährt auf den zehnten Platz

Die verfehlte auch Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz, die 2005 noch bei der letzten WM in St. Wendel zusammen mit Kupfernagel die ersten beiden Plätze belegt hatte. Am Ende langte es für die 39 Jahre alte Powerfrau beim Abstecher ins Gelände zu einem guten zehnten Platz. "Es war ein großes Manko, dass ich aus der vierten Reihe starten musste. Da war es schwierig, Plätze gut zu machen. Aber ich bin zufrieden, ich habe einiges für die Mountainbike-Saison mitgenommen", sagte die 39-Jährige.

Schwer zu kämpfen hatten die Athleten mit der anspruchsvollen Strecke. Teils vereister Boden, teils tiefer Morast forderten Kupfernagel alles ab. Bereits am Samstag hatte es in den Rennen der Junioren und U23-Männer ein wahres Sturfestival gegeben. "Cross ist halt eine Wintersportart. Da muss man damit rechnen, dass sich die Strecke verändert", sagte Spitz und konnte die Kritik aus dem Fahrerlager nicht teilen. Die gut 30 000 Zuschauer an der Strecke, darunter fast 10 000 Radsport-verrückte und meist verkleidete Belgier, hatten dagegen ihren Spaß.

Auf eine Medaille hoffte die Querfeldein-Großmacht Belgien aber vergeblich. Das U23-Rennen entschied der Niederländer Lars van der Haar knapp vor seinem Landsmann Mike Teunissen für sich. Platz drei belegte der Tscheche Karel Hnik. Bei den Junioren hatte es durch Clement Venturini sowie den Zwillingen Fabien und Loic Doubey einen französischen Dreifach-Sieg gegeben.

© SID

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