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08.02.2005

15:33 Uhr

Reghecampf-Anwalt stuft Verdachtsmomente als „lächerlich“ ein

Personenschutz für Torwart Koch

Nach Drohanrufen bei Torwart Georg Koch vom Fußball-Zweitliga-Tabellenführer MSV Duisburg ist der Personenschutz für den 33-Jährigen verstärkt worden. Zugleich ist im Wettskandal um manipulierte Spiele im deutschen Fußball nun auch die Regionalliga-Partie des FC Sachsen Leipzig gegen Dynamo Dresden aus dem vergangenen Jahr ins Blickfeld gerückt.

Georg Koch sorgt sich um seine Familie. Foto: dpa

Georg Koch sorgt sich um seine Familie. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. "Der Schutz des Spielers wurde erhöht", sagte der MSV-Vorstandsvorsitzende Walter Hellmich auf einer vom Verein und Koch einberufenen Pressekonferenz am Dienstag in der Duisburger Arena.

Der ehemalige Bundesliga-Torhüter von Fortuna Düsseldorf, des 1. FC Kaiserslautern und von Arminia Bielefeld bestätigte nochmals, dass ihm am letzten Spieltag der vergangenen Saison 20 000 Euro geboten worden seien, um die Zweitligabegegnung Cottbus gegen Regensburg zu manipulieren. Damals stand der Keeper noch bei Energie Cottbus unter Vertrag. Koch hatte das Angebot jedoch entrüstet abgelehnt. Cottbus siegte am 34. Spieltag am 23. Mai 2004 3:0. Im Tor der Lausitzer stand damals allerdings Tomislav Piplica, weil sich Koch verletzt hatte. Neue Fakten hinsichtlich des Wett- und Manipulationsskandals konnte der 33-Jährige bei der heutigen Pressekonferenz allerdings nicht beitragen.

Am vergangenen Donnerstag, seinem 33. Geburtstag, erhielt Koch, der 179 Bundesligapartien bestritt, allerdings einen Drohanruf. "Pass bloß auf, was du sagst, sonst kannst du was erleben", soll der anonyme Anrufer gesagt haben. Zwei Stunden später erfolgte wiederum ein Anruf mit einer ähnlich lautenden Drohung. "Ich habe sofort aufgelegt", berichtete Koch am Dienstag in der knapp halbstündigen Pressekonferenz. "Ich bin kein ängstlicher Typ, aber die Anrufe nehme ich ernst." Koch fürchtet vor allem um um das Wohl seiner Familie. "Es ist ein mulmiges Gefühl da, klar. Man guckt, wer vor dem Haus parkt. Die Angst um Frau und Kinder ist da, aber ich will mich nicht erpressen lassen", erklärte Koch.

Vor dem Punktspiel der Duisburger am vergangenen Freitag gegen Rot-Weiß Oberhausen (4:1) wollte er keine Unruhe in die Mannschaft bringen, deshalb habe er die Drohungen zunächst für sich behalten. Koch: "Ich wollte den Verein und die Mannschaft nicht belasten." Danach habe er selbst die Presse informiert.

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