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06.01.2011

12:42 Uhr

Rodeln Weltcup

Deutsche Rodler nur im Staffelrennen erfolgreich

Beim Heim-Weltcup in Königssee haben es die deutschen Rodler im Einzel nicht aufs Podest geschafft. Im anschließenden Teamstaffelrennen gab es dagegen den erwarteten Sieg.

Fuhr knapp am Podest vorbei: der Viertplatzierte David Möller. Foto: SID Images/pixathlon SID

Fuhr knapp am Podest vorbei: der Viertplatzierte David Möller. Foto: SID Images/pixathlon

Nachdem die deutschen Rodler den Start ins neue Jahr gründlich verpatzt hatten, redete Co-Trainer und Rodel-Ikone Georg Hackl Tacheles. "Auf unserer Heim-Bahn so eine Klatsche - wir müssen hart und kritisch mit uns ins Gericht gehen", sagte der dreimalige Olympiasieger, der als letzter deutscher Rodler vor neun Jahren den Heim-Weltcup in Königssee gewinnen konnte. Seine Nachfolger verpassten dieses Mal sogar allesamt das Podest und ließen für die WM in Cesana/Italien in drei Wochen Schlimmstes befürchten.

Der Olympiazweite David Möller aus Sonneberg belegte als bester BSD-Athlet den vierten Platz gefolgt von Olympiasieger Felix Loch (Berchtesgaden). Beide hatten am Ende fast eine halbe Sekunde Rückstand auf den überlegenen Sieger Armin Zöggeler aus Italien. Zweiter wurde der Russe Albert Demtschenko vor Reinhold Rainer (Italien).

Wenig Erheiterung durch Staffelsieg

Der erwartete Sieg im anschließenden Teamstaffelrennen konnte die Stimmung in der deutschen Mannschaft nur unwesentlich aufhellen. Natalie Geisenberger (Miesbach), Jan Eichhorn (Oberhof) und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) gewannen vor Österreich und Italien. Es war der dritte Triumph einer deutschen Staffel im dritten Rennen der Saison.

Doch das enttäuschende Ergebnis bei den Männern wirkte noch immer nach. "Wir müssen uns fahrerisch verbessern und auch das Material weiterentwickeln", forderte Hackl als ZDF-Experte. In diesem Moment schrie Bundestrainer Norbert Loch zu seinem schon zu aktiven Zeiten als begnadeten Tüftler bekannten Assistenten herüber: "Schorsch, wir brauchen neue Kufen!".

Das zuvor von allen Beteiligten gelobte Material war zumindest auf der für 22 Mill. Euro modernisierten ältesten Kunsteisbahn der Welt eindeutig unterlegen. "Wir werden mit Sicherheit einige Modifikationen vornehmen, aber wir können nicht mal eben eine Sensation aus dem Hut zaubern", dämpfte Hackl die Erwartungen.

Hackl kritisiert Landsmänner

Zudem müssten sich auch die Athleten selbstkritisch hinterfragen. "Es waren schwierige Bedingungen, das Eis war am Ende sehr weich. Aber damit mussten alle anderen auch fertig werden. Wir hatten einfach zu viele Fahrfehler", sagte Cheftrainer Loch und Hackl kritisierte: "Andere Sportler liegen deutlich flacher auf dem Schlitten."

Wie man es besser macht, zeigte vor allem Oldie Zöggeler. Der 37-Jährige fuhr mit zwei Laufbestzeiten ein nahezu perfektes Rennen und baute mit dem vierten Sieg in Serie seine Führung in der Gesamtwertung des Viessmann Weltcups aus. Damit steuert Zöggeler unaufhaltsam seinem zehnten Gesamtsieg entgegen, mit dem er mit Rekordhalter Markus Pröck aus Österreich gleichziehen würde.

"Die Deutschen auf ihrer Heim-Bahn in Schach zu halten, ist natürlich eine besondere Genugtuung für mich", sagte Zöggeler, der seine Konkurrenten aus Deutschland aber noch lange nicht abgeschrieben hat: "Sie werden nicht immer so unsicher unterwegs sein und bald wieder zurückschlagen."

© SID

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