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29.01.2011

08:34 Uhr

Rodeln WM

Alle Zeichen stehen auf Gold bei Rodel-WM

Bei der Rodel-WM in Cesana schaut alles auf das Duell "Goldjunge" Felix Loch gegen "Kannibale" Armin Zöggeler. Bei den Frauen wäre eine Niederlage der Deutschen eine Sensation.

Olympiasieger Felix Loch ist in WM-Form. Foto: SID Images/pixathlon SID

Olympiasieger Felix Loch ist in WM-Form. Foto: SID Images/pixathlon

Aufsteiger gegen Altmeister, "Goldjunge" gegen "Il Cannibale": Bei der Rodel-WM am Wochenende im italienischen Cesana sind alle Augen auf das Duell zwischen dem deutschen Olympiasieger Felix Loch und Lokalmatador Armin Zöggeler gerichtet. "Diese beiden machen den Titel unter sich aus", sagt David Möller aus Sonneberg.

Der zweimalige Weltmeister selbst hat am heutigen Samstag wie der Rest des Feldes nur Außenseiterchancen gegen die zwei dominierenden Rodler der Saison. Vor allem Zöggeler dürfte auf seiner Heimbahn, auf der er noch nie ein Rennen verloren hat, schwer zu schlagen sein.

"Natürlich habe ich einen wahnsinnig guten Lauf, und ich hoffe, dass dieser Trend auch bei der WM anhält", sagt der zweimalige Olympiasieger und Weltcupführende, der wegen seiner Erfolgsbesessenheit "Kannibale" genannt wird: "Ich bin mir aber bewusst, dass gerade die Deutschen mich unter Druck setzen werden."

Olympiasieger Loch will angreifen

Am ehesten traut man das Felix Loch zu. Der 21-Jährige aus Berchtesgaden behielt bei den vergangenen zwei Weltmeisterschaften und bei den Winterspielen in Vancouver jeweils die Oberhand. Zudem fand er mit zwei Weltcupsiegen in Folge rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in die Erfolgsspur zurück. "In Cesana gebe ich mich nicht freiwillig geschlagen. Ich will voll angreifen", sagt Loch.

Rodel-Ikone Georg Hackl, der sich in seiner aktiven Karriere leidenschaftliche Duelle mit Zöggeler lieferte, sieht den 16 Jahre älteren Italiener leicht vorne. "Seine Fahrlinie ist eine Augenweide", sagt der Co-Trainer im deutschen Team. Auch Loch lobt seinen Widersacher: "Es macht einfach Spaß, ihm zuzuschauen."



Deutsche Rodlerinnen machen Titel unter sich aus

Im deutschen Frauen-Team könnte der interne Konkurrenzkampf größer kaum sein, einen Zickenkrieg soll es dennoch nicht geben. "Beste Freundinnen werden wir wohl nie, aber wir respektieren uns alle", sagt Olympiasiegerin Tatjana Hüfner (Oberwiesenthal), die auf dem Weg zu ihrem dritten WM-Titel den Angriff ihrer Teamkolleginnen Natalie Geisenberger (Miesbach) und Anke Wischnewski (Oberwiesenthal) abwehren muss.

Alles andere als ein deutscher Sieg auf der Olympiabahn von 2006 wäre eine Sensation. Die deutschen Athletinnen sind im Weltcup seit 105 Rennen ungeschlagen, doch die vergangene WM in Lake Placid hat gezeigt, dass sie nicht unverwundbar sind. 2009 waren sie mit einer Siegesserie von 99 internationalen Rennen angereist, den Titel holte aber sensationell die Amerikanerin Erin Hamlin. "Das war ein kleiner Schock für uns", sagt Geisenberger.

Premiere bei den Doppelsitzern

Bei den Doppelsitzern, die den Titel erstmals in der Geschichte an zwei Tagen (Samstag und Sonntag) ausfahren, wird es wohl einen Dreikampf geben. Neben den österreichischen Olympiasiegern Andreas und Wolfgang Linger sowie den Lokalmatadoren Christian Oberstolz/Patrick Gruber rechnen sich auch die Weltcupführenden Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) Chancen auf Gold aus.

Zum Abschluss der 42. Welttitelkämpfe steht am Sonntag die Team-Staffel auf dem Programm, die eine Art "olympische Reifeprüfung" ablegen muss. Eine hochrangig besetzte Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird die Organisation, den Ablauf und die Reaktionen auf das Rennen vor Ort beobachten. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob die Team-Staffel ins olympische Programm aufgenommen wird, trifft das IOC im April.

© SID

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