Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.06.2011

10:49 Uhr

Saison in Gefahr

Nach der großen Meisterfeier droht der der NBA der Kater

Die Basketball-Welt feiert Dirk Nowitzki und den NBA-Champion Dallas Mavericks. Doch ein böses Wort macht die Runde: Lockout. Die nächste Saison droht auszufallen. Viele Teams machen Verluste, die Spieler sind zu teuer.

Dallas/ BostonTexas ist im Titelrausch, Dallas feiert Dirk Nowitzki und seine meisterlichen Mavericks. Zur Parade werden am Donnerstag 250.000 Fans erwartet, wenn der Most Valuable Player und sein Team durch die Millionen-Metropole ziehen. Doch wenn die Jubelarien beendet, Konfetti und Rausch in den kommenden Tagen verflogen sind, wird auch in Dallas die Realität einkehren - und somit die Angst, dass es keine Saison 2011/12 in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA gibt.

Am 30. Juni endet der Arbeitstarifvertrag zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft NBPA. Sollte bis dahin kein neues Arbeitspapier unterzeichnet werden, können die Bosse vom 1. Juli an die Spieler aussperren. Selbst Nowitzki würde in Dallas von Team-Besitzer Mark Cuban vor die Tür gesetzt werden. Und das, nachdem beide während der Meister-Feierlichkeiten in den höchsten Tönen voneinander geschwärmt hatten. „Mark hat immer zu mir gehalten, ist mit mir durch dick und dünn gegangen. Er ist der Beste“, meinte Nowitzki.

Doch im „big business“ geht's nicht um große Gefühle sondern ums große Geld. Nach Liga-Angaben haben 22 Teams in der gerade beendeten Saison Verluste gemacht. Insgesamt beziffert die NBA das Jahres-Minus auf rund 300 Millionen Dollar (208 Millionen Euro), die NBPA bezweifelt diese Zahlen. In der vergangenen Woche trafen sich beide Seiten in Dallas - ein Ergebnis blieb aus.

„Es war nicht hitzig, aber eine gute, ehrliche und robuste Unterhaltung. Und das ist eine gute Sache“, sagte Commissioner David Stern diplomatisch. Ex-Profi Charles Barkley indes wurde deutlicher: „Es wird schmutzig, und das ist schade, denn wir haben gerade eine großartige Saison hinter uns. Ganz ehrlich - es würde mich überraschen, wenn wir nächste Saison Basketball spielen.“

Der Gesamtumsatz Liga beträgt knapp vier Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro). Stern will unter anderem die Gehälter der Profis um 700 bis 800 Millionen Dollar kürzen, was die Spieler selbst natürlich ablehnen. Zudem ist eine feste Gehalts-Obergrenze von 45 Millionen Dollar (31,2 Millionen Euro) im Gespräch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×