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28.01.2005

08:38 Uhr

Saison verlief bislang spannend wie selten zuvor

Hoffen auf den großen Coup

Weil Shootingstar Maria Riesch bei der heute beginnenden alpinen Ski-WM in Bormio und Santa Caterina fehlt, stehen die Routiniers im Fokus.

Arbeiter montierten an der Herren-Abfahrtsstrecke von Bormio Fangzäune. Foto: dpa

Arbeiter montierten an der Herren-Abfahrtsstrecke von Bormio Fangzäune. Foto: dpa

HB BORMIO. Martina Ertl rechtzeitig in Bestform, Hilde Gerg bereit zur "Operation Gold" und die einst belächelten Herren mit den Weltcup-Siegern Alois Vogl und Max Rauffer so gut wie seit Jahren nicht mehr: Die deutschen Skirennfahrer reisen mit großen Hoffnungen zu den 29. alpinen Weltmeisterschaften vom 28. Januar bis 13. Februar und wollen endlich die Schmach von St. Moritz tilgen. "Wir fahren mit dem Anspruch nach Italien, Medaillen zu gewinnen", sagte der Alpin-Chef des Deutschen Skiverbandes (DSV), Walter Vogel. Trotz des Optimismus sitzt den Verantwortlichen und Athleten aber auch die Angst im Nacken. Nach dem WM-Debakel von 2003 wäre ein erneutes Großereignis ohne Edelmetall ein kaum zu verdauender Tiefschlag.

Gleich zu Beginn der Titelkämpfe im Veltlin steht wieder einmal Hilde Gerg im Fokus. Die Lenggrieserin soll die ersehnte 100. WM- Medaille für den DSV gewinnen und damit auch den Druck vom ganzen Team nehmen. Im Super-G gehört die 29-Jährige am Sonntag bei ihrer sechsten und letzten WM zum Kreis der Favoritinnen, dämpft aber die Erwartungen. "Es ist schon so, dass es mir richtig graust", sagte die zweifache Saisonsiegerin. Nach ihren bitteren Pleiten bei Olympia 2002 und der WM 2003 fühlt sich die Speed-Spezialistin zwar bereit für einen Medaillen-Coup, will aber nicht mehr zu viel Verantwortung auf sich laden. "Es geht nicht darum, ob ich eine Medaille für einen Verband oder ein Land gewinne. Ich will eine Medaille nur für mich. Da bin ich egoistisch."

Noch immer hadern die DSV-Damen mit dem Ausfall der verletzten Maria Riesch, die nach ihrer Kreuzband-Operation aus dem heimischen Garmisch-Partenkirchen die Daumen drückt. Plötzlich hat sich immerhin Team-Oldie Martina Ertl mit Podestplätzen in Super-G und Riesenslalom wieder im Kreis der Medaillenkandidatinnen zurückgemeldet. "Das hätten wir ihr so nicht zugetraut", gestand Cheftrainer Wolfgang Maier. "Ich bin viel lockerer als früher, sehe alles nicht mehr so eng", berichtet Martina Ertl vom neuen Erfolgsrezept vor ihrem WM- Abschied.

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