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23.11.2014

20:15 Uhr

Schach-WM in Sotschi

Carlsen verteidigt seinen Titel

Das Duell verfolgten viele gebannt, doch letztlich hatte Herausforderer Viswanathan Annand keine Chance gegen den alten und neuen Schachweltmeister Magnus Carlsen. Eine Schachlegende sieht ihn auch künftig unbezwingbar.

Er bleibt im Sessel: Der Norweger Magnus Carlsen bezwang seinen indischen Herausforderer Viswanathan Annand locker. dpa

Er bleibt im Sessel: Der Norweger Magnus Carlsen bezwang seinen indischen Herausforderer Viswanathan Annand locker.

SotschiMagnus Carlsen bleibt Schach-Weltmeister. Eine Woche vor seinem 24. Geburtstag gewann der Norweger am Sonntag in Sotschi das Match gegen seinen Herausforderer Viswanathan Anand vorzeitig mit 6,5:4,5 Punkten. Mit den weißen Figuren zwang er den 44-jährigen Kontrahenten in der 11. Partie nach vier Stunden Spielzeit zur Aufgabe. „Masterly Magnus! Zum zweiten Mal Weltmeister!“, schrieb die norwegische Zeitung „Aftenposten“ in ihrer Online-Ausgabe. Carlsens Vater Henrik sagte der Zeitung „Dagbladet“: „Das ist großartig.“

In der Spanischen Partie hatte Anand zuletzt noch einmal alles versucht, seinen Rückstand im Duell um die Schachkrone wettzumachen, um zumindest das Stechen zu erreichen. Aber seine Bemühungen scheiterten am präzisen Gegenspiel des jungen Weltmeisters, der immer die Übersicht behielt. Nach 45 Zügen gab der Inder auf und gratulierte Carlsen zum Sieg.

Hinterher zeigte sich der alte und neue Champion erleichtert: „Es war ein schweres Match, und ich bin glücklich, meinen Titel verteidigt zu haben“, sagte er. Vor dem entscheidenden Spiel sei er ziemlich nervös gewesen, fügte Carlsen hinzu und erklärte. „Ich bin froh, in der komplizierten Stellung alle Attacken meines Gegners erfolgreich abgewehrt zu haben.“

Magnus Carlsens Schachkarriere

2004

Im Alter von 13 Jahren wird Magnus Carlsen Großmeister, indem er alle drei dafür erforderlichen Normen in einer Serie hervorragender Turnierergebnisse erreicht.

2007

Im Dezember 2007 stand er im Halbfinale des Weltpokals des Internationalen Schachverbands FIDE, dort schied er aber gegen Gata Kamsky aus. Damit qualifizierte er sich für den FIDE Grand Prix 2008–2010. Spätestens damit zählte er zur absoluten Weltspitze.

2008

Im Juni diesen Jahres gewann Carlsen das Aerosvit-Turnier in Foros mit deutlichen Vorsprung vor den anderen elf Teilnehmern. Bei zwei anderen Turnieren belegte er den zweiten Platz.

2010

Zwischen 2009 und 2010 wurde Carlsen von Ex-Weltmeister Garri Kasparow trainiert und beraten. Im Januar 2010 belegte er als jüngster Spieler aller Zeiten den ersten Platz der Weltrangliste. Seine Elo-Zahl, das Wertungssystem, in dem die Spielstärke von Schachspielern gemessen wird, lag bei 2810.

2011

Auch im Januar 2011 führte der damals 20-Jährige die Weltrangliste an. In diesem Jahr gewann er mehrere große Turniere, zum Beispiel in Moskau, Sao Paulo und Bilbao. Das 3. London Chess Classic allerdings beendete er nur als dritter und zeigte sich mit seiner Leistung unzufrieden: „I’m not happy with most of my games except the win against Nakamura.“

2012

Bei der Schnell- und Blitzschachweltmeisterschaft in Kasachstan wurde Magnus Carlsen sowohl im Schnellschach als auch im Blitzschach Vize-Weltmeister. Er gewann außerdem das Grand-Slam-Finale 2012 und die vierte Auflage der London Chess Classic.

2013

Von Februar bis April 2013 lag Carlsens Elo-Zahl bei 2872, das 21 Punkte höher als der bisherige Rekord von Garri Kasparow. Im April siegte er beim Kandidatenturnier in London und ist damit als Herausforderer von Titelverteidiger Viswanathan Anand bei der Schachweltmeisterschaft 2013 qualifiziert.

Quelle: Wikipedia

In dem spannenden Zweikampf, der diesmal enger verlief als das Match der beiden Schachstars vor Jahresfrist in Chennai, gewann Carlsen dreimal, Anand einmal, sieben Spiele endeten remis. Die laut WM-Reglement für Dienstag angesetzte 12. Partie wird nun nicht mehr gespielt. Die Schachweltmeisterschaft in Sotschi fand weltweit eine starke Resonanz. Besonders groß war das Echo in Norwegen, wo ein Fernsehkanal alle Spiel live übertrug.

Magnus Carlsen kassiert von der WM-Börse, die insgesamt 1,5 Millionen Dollar beträgt, 60 Prozent. Ex-Weltmeister Garri Kasparow, der den Norweger früher trainierte, glaubt, dass Carlsen auch in den nächsten Jahren kaum zu bezwingen sein wird.

Von

dpa

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