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29.05.2015

17:11 Uhr

Schweiz

Jan Ullrich wegen Alkoholfahrt angeklagt

Die Schweizer verstehen bei Verkehrssündern keinen Spaß. Darauf muss sich auch Ex-Radprofi Jan Ullrich einstellen. Der 41-Jährige hat betrunken einen Unfall gebaut – nun bekommt der einstige Sport-Held die Quittung.

Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich wurde wegen Trunkenheit am Steuer angeklagt. dpa

Jan Ullrich

Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich wurde wegen Trunkenheit am Steuer angeklagt.

BischofszellDer frühere Radsport-Star Jan Ullrich muss sich wegen Trunkenheit am Steuer in der Schweiz vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell erhob am Freitag Anklage „wegen vorsätzlicher grober Verletzung der Verkehrsregeln und mehrfachen vorsätzlichen Fahrens in qualifiziert fahrunfähigem Zustand“ gegen den 41-Jährigen. Ihm wird zur Last gelegt, am 19. Mai 2014 zweimal betrunken gefahren und außerdem zu schnell unterwegs gewesen zu sein.

Ullrich war an einer Kreuzung in Mattwil in der Nähe des Bodensees erst einem stehenden Auto ins Heck gefahren und dann mit einem entgegenkommenden Wagen kollidiert. Verletzt wurde niemand.

Der Ex-Sportler, der in der Schweiz wohnt, hatte anschließend von „unverzeihlichem“ Verhalten und einem „Riesenfehler“ gesprochen. Eine Atemluftprobe hatte 1,4 Promille ergeben. Ein Termin für die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Weinfelden steht noch nicht fest.

Die Staatsanwaltschaft machte noch keine Angaben zur Höhe der geforderten Strafe. Das Gesetz sehe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen vor, sagte Stefan Haffter von der Staatsanwaltschaft. Ullrich hatte zugegeben, den Unfall unter Alkoholeinfluss und bei erhöhter Geschwindigkeit verursacht zu haben.

Das eidgenössische Verkehrsrecht ist eines der härtesten der Welt. Wer mit 0,8 Promille oder mehr ertappt wird, muss nicht nur seinen Führerschein für mindestens drei Monate abgeben, sondern kann zusätzlich mit einer Geldbuße bis maximal 3000 Franken (2460 Euro) oder – bei schweren Unfällen – mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Laut dem 2013 noch einmal verschärften Verkehrsgesetz begehen selbst Rettungswagenfahrer eine Straftat, wenn sie zum Beispiel mit Tempo 70 durch eine 30er Zone fahren. Aber wirklich bestraft wurde dafür noch kein Retter.

Der einstige Sport-Held Jan Ullrich, der 1997 als erster und bislang einziger Deutscher die Tour de France gewann, trat im Februar 2007 als Radprofi zurück. Im Juni 2006 war Ullrich einen Tag vor seiner neunten Tour-Teilnahme wegen Doping-Verwicklungen suspendiert worden.

Von

dpa

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