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04.08.2015

16:14 Uhr

Schwimm-WM

Doping schwimmt mit

Die Berichte über flächendeckendes Doping in der Leichtathletik in Russland oder Kenia werfen einen Schatten auf die gesamte Sportwelt. Warum sollte ausgerechnet der Schwimmsport sauberer sein?

Yang und Jefimowa starten nach Minisperre . dpa

Schwimmweltmeisterschaften in Kasan

Yang und Jefimowa starten nach Minisperre .

Kasan Bei perfekten WM-Bildern mit Weltrekorden und Top-Rennen schwimmt mehr denn je der Doping-Zweifel mit: Gastgeber Russland mit knapp zwei Dutzend Fällen, auffallend kurze Sperren gegen ertappte Stars, die dann in Kasan vorne sind, Dopingfälle in bislang eher unverdächtigen Nationen. All das wirft Fragen auf, auch innerhalb der Schwimmszene. „Es wird natürlich immer schwieriger, sich gegen andere, die nicht sauber arbeiten, zu behaupten“, sagt etwa der deutsche Chefbundestrainer Henning Lambertz.

16 Athleten, die bereits positiv getestet worden sind, schwimmen nach einer Auflistung des renommierten Fachportals „swimvortex.com“ bei dieser WM. Die Deutsche Presse-Agentur listet einige Brennpunkte auf.

Julija Jefimowa steht stellvertretend für den schönen Schein dieser WM. Die Weltmeisterin wurde im Oktober 2013 positiv auf ein anaboles Steroid getestet. Statt für zwei Jahre zog der Weltverband die Weltrekordlerin für 16 Monate aus dem Verkehr - so konnte Jefimowa prompt zur Heim-WM wieder starten. Die Begründung für die verkürzte Sperre: Absicht könne nicht unterstellt werden. Jefimowa hatte ein verunreinigtes Diatmittel als Grund für den positiven Test angegeben.

Nach ihrem vom russischen Publikum gefeierten Auftritt über 100 Meter Brust offenbarte Jefimowa eine eigene Sicht. „Ich vergleiche das mit Autofahren. Wenn man zu schnell ist, bekommt man ein Ticket und bezahlt das“, sagte sie lächelnd im ZDF. Die Konkurrenz kann über das Thema grundsätzlich nicht schmunzeln. Litauens Olympiasiegerin Ruta Meilutyte etwa hat „jeglichen Respekt verloren“.

Sun Yang wurde im Mai 2014 positiv auf das Stimulanz Trimetazidin getestet. China machte das erst Ende November publik, unternahm zunächst nichts. Erst nach Einwand der FINA, die eine Strafe verlangte, sperrte China den Vorzeigeschwimmer für drei Monate - passenderweise in der wettkampflosen Zeit. Alle Schuld wurde Sun Yangs Arzt gegeben, der als Delegationsmitglied in Kasan dabei ist.

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