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06.03.2006

11:32 Uhr

Schwimmen National

DDR-Schwimmrekorden soll es an den Kragen gehen

Der Deutschen Schwimm-Verband (DSV) überlegt, die letzten Überbleibsel an DDR-Bestmarken aus den Rekordlisten zu streichen. Grund sind die Dopingspekulationen um die einstigen Ost-Athleten.

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hat wie auch schon der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Streichung von Rekorden wegen vermeintlicher Dopingmanipulationen zu DDR-Zeiten zur Diskussion gestellt. "Wir sehen die Notwendigkeit, uns damit zu befassen, und werden auch Kontakt zum DLV aufnehmen", sagte DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Ausschlaggebend für die Initiative ist vor allem die Aussage von Petra Schneider im Dezember im ARD-Politmagazin Kontraste. Darin hatte die zweimalige DDR-Olympiasiegerin den DSV zur Streichung ihres deutschen Rekordes über 400m Lagen aufgefordert, da dieser von Doping beeinflusst gewesen sei.

Auch die Bestzeiten der sechsmaligen Olympiasiegerin von Seoul, Kristin Otto, über 100m Schmetterling, Ute Geweniger über 200m Lagen und Anke Möhring über 800m Freistil sollen nach Informationen des Deutschlandfunks auf dem Prüfstand stehen.

Streichung der gesamten Rekordliste schwierig

"Fakt ist aber auch, dass sich noch kein Athlet persönlich an uns gewandt hat", erklärte Fornoff. Er hält eine Streichung der gesamten Rekordliste - wie von Schneider gefordert - für schwierig: "Das ist eine ganz problematische Geschichte. Da kann es kein kurzfristiges Ergebnis geben." Schließlich wären dann auch "saubere" Rekorde von der Tilgung betroffen.

Laut Präsidiumsbeschluss ist ein Prüfauftrag an die Fachsparte Schwimmen unter Leitung von Schwimmwart Tjark Schröder vergeben worden. Eine spezielle Arbeitsgruppe soll die weitere Vorgehensweise erörtern.

© SID

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