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08.01.2009

10:30 Uhr

Sechs Fragen an: Petra Behle

„Die deutsche Mannschaftist sauber“

VonMartin Henkel

Biathlon auf hohem Niveau ist möglich - auch ohne Doping. Davon ist Petra Behle überzeugt. Im Interview spricht die Sport-Managerin und ehemalige Olympiasiegerin von Schmutzkampagnen, Rechtsprechung und umgekehrter Beweislast.

Vor einem Jahr berichtete die ARD von 30 Athleten, die angeblich Kunden einer Wiener Blutbank waren - auch die von Ihnen betreute Biathletin Andrea Henkel. Wie haben Sie reagiert?

Ich war entsetzt darüber, dass das jemand ohne Belege in die Welt setzen konnte. Zudem gelangten die Meldungen gezielt während der WM an die Öffentlichkeit. Wie können Sportler so angreifbar werden?

Weil Doping und Spitzensport eine Liaison eingegangen sind?

Ich verstehe unsere Rechtsprechung so, dass einem Sportler die Schuld bewiesen werden muss. Aber dieser Grundsatz wurde ins Gegenteil verkehrt: Plötzlich mussten die Sportler ihre Unschuld beweisen.

Hat das Image des Biathlons nachhaltig Schaden genommen?

Nein. Natürlich diskutieren wir das Thema intern. Aber die Glaubwürdigkeit unserer Sportler ist so hoch, dass sich die Athleten von Gerüchten nicht erschüttern lassen. Beruhigend war auch, dass Partner und Sponsoren die Treue gehalten haben.

Kann der Biathlonsport sagen: Wir sind sauber?

Das kann er nicht, denn es hat mit der Finnin Kaisa Varis vergangenes Jahr einen Dopingfall gegeben. Es gab auch Doping im österreichischen Team bei den Winterspielen in Turin 2006. Ich denke aber: Die deutschen Athleten sind sauber.

Was macht Sie da so sicher?

Ich habe den Sport selbst auf hohem Niveau betrieben und kann beurteilen, dass es ohne Doping geht. Und der Radsport hat gezeigt, was das für finanzielle Auswirkungen haben kann. Unsere Biathleten sind zu klug, um sich selbst zu ruinieren. Ein Dopingfall, und die Sponsoren kehren uns den Rücken. Seit Jahren gibt es Ausstiegsklauseln, etwa für krankheits- oder verletzungsbedingte Ausfälle oder nachgewiesenes Doping.

Ist das Marketingpotenzial im Biathlon ausgeschöpft?

Nein. In Deutschland ist die Attraktivität einer Sportart enorm abhängig vom Erfolg. Biathlon ist auf einem hohem Niveau, aber es gibt Reserven. Wie sich die Finanzkrise auswirken wird, ist schwierig zu beurteilen. Die bestehenden Sponsoringverträge laufen meist über mehrere Jahre. Aber in der Neuakquise bemerkt man eine gewisse Zurückhaltung.

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