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01.05.2015

14:12 Uhr

Segel-Bundesliga

Mit 45.000 Euro um die Wette segeln

VonSandra-Valeska Bruhns

Die Segel-Bundesliga startet dieses Wochenende in die dritte Saison. Das Ligasystem beschert dem Sport eine hohe mediale Aufmerksamkeit und macht die Teams der einzelnen Vereine auch für Sponsoren attraktiv.

Die Boote der 470er-Klasse fahren bei einer Wettfahrt auf der Kieler Woche. dpa

Teamgefühl

Die Boote der 470er-Klasse fahren bei einer Wettfahrt auf der Kieler Woche.

Dieses Wochenende finden auf dem Starnberger See die ersten Regatten der Saison 2015 der Segel-Bundesliga statt. Je 18 Vereine der 1. und 2. Liga segeln in zuschauerfreundlichen, kurzen Wettfahrten gegeneinander. Dabei wird in der 1. Liga auf einheitlichen Booten vom Typ J/70 gesegelt, die Zweitligisten segeln auf B/One Kielbooten.

Gastgeber ist der Deutsche Touring Yacht Club, überraschender Vize-Meister der Saison 2014. In der Liga der Segler mitspielen zu können, hat bei den deutschen Vereinen inzwischen einen hohen Stellenwert. Bei den Regatten geht es um alles, was einen Sport spannend macht: Prestige, Ruhm, Ehre, Taktik, Menschen, Emotionen und dazu eine gute Portion Lokalpatriotismus.

Vor rund zwei Jahren startete die von der Hamburger Konzeptwerft erdachte Segel-Bundesliga, dem aus diversen Ballsportarten bekannten und bewährten Liga-Prinzip ähnlich, in ihre erste Saison. Die Begeisterung der Gründungsvereine war groß, die abwartende Haltung vieler anderer etablierter Vereine auch.

Als geeignete Bootsklasse für „Erstligasegeln“ kristallisierte sich die neue J/70 heraus – leicht zu segeln, mit einem übersichtlichen Deckslayout, schnell. Ein Schiff, das vom Bootshandling so einfach zu bedienen ist, dass sich Steuermann und dreiköpfige Crew auf die Taktik konzentrieren können.

Sponsoring im Segelsport

Sponsoring

Der Nischen-Sport Segeln ist auf private Geldgeber angewiesen. Dabei sind die Möglichkeiten für Sponsoren, sich mit Logo und Claim auf den Liga-Events präsentieren zu können, klar definiert und vom Veranstalter eng begrenzt.

SAP bietet...

...aktiven Seglern mit dem speziellen SAP Cube, der bei großen Regatten aufgestellt wird, an, die eigene Leistung zu analysieren und die Strategie zu verbessern. Bei der Entwicklung arbeitete der Softwareentwickler eng mit Sportlern zusammen. Ziel ist die Entwicklung von Analysetools, die Sportlern und Teams Wettbewerbsvorteile sichern, die Fans näher ans Geschehen rücken und Medien mit gut aufbereiteten Daten versorgen.

...und unterstützt...

...nicht nur die Kieler Woche. SAP ist seit 2012 Titelsponsor des SAP Extreme Sailing Teams und technischer Partner der Extreme Sailing Series sowie seit 2013 Technologiepartner der Travemünder Woche. Zusammen mit anderen Firmen bildet das Unternehmen als Premium-Partner eine verlässliche Konstante für die deutsche Segel-Nationalmannschaft.

Marinepool ist einer...

...der aktivsten Sponsoren im deutschen und europäischen Segelsport, insbesondere mit Sachspenden unterstützt der Münchner Hersteller von Segelbekleidung- und Schwimmwesten zahlreiche Segelteams und Regattaveranstalter. Zudem werden Segler oftmals als Testimonials bei der Produktentwicklung und Einführung neuer Modelle eingesetzt.

...Sponsoren, der auch...

...internationale Regattaveranstaltungen wie der Extreme Sailing Series unterstützt, die auf spektakulären 12 Meter langen Katamaranen ausgetragen wird. In Deutschland ist die Firma von Beginn an Partner der Segel-Bundesliga und sponsort unter anderem die großen Regatten Nordseewoche, Warnemünder Woche, Travemünder Woche. Im kleineren Rahmen sponsert Marinepool zudem Teams in anderen Wassersportarten wie Rudern, Extremrudern und Stand Up Paddling.

Audi ist...

...ebenfalls seit Beginn der Segel-Bundesliga Partner für die Organisatoren und Veranstalter. Alle bei den Regatten verwendeten Schiffe in der 1. und 2. Liga haben die charakteristischen Ringe auf dem Rumpf und am Großbaum.

Für die Firma aus Ingolstadt...

...ist das Engagement in der Bundesliga die logische Erweiterung der Förderung des Segelsports auf lokaler Ebene durch die verschiedenen Clubs und Vereine. Seit Jahren unterstützt Audi ebenfalls die Deutsche Segel-Nationalmannschaft und das Audi Sailing Team. Zusätzlich ist Audi Hauptsponsor der weltgrößten Regattaveranstaltung Kieler Woche.

Die Unternehmensberatung Bay...

...ist neu im Kreis der Hautsponsoren der Segel-Bundesliga. Die süddeutsche Unternehmensberatung sieht im Segelsport eine Fokussierung auf die Leistung gut eingespielter Teams und damit eine direkte Vergleichbarkeit mit dem eigenen Portfolio, bestehend aus Juristen, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern.

Capitell AG

So wie auch die Vermögensverwaltung Capitell AG, die die jährlich zu Pfingsten auf Helgoland stattfindende Nordseewoche unterstützt, erhoffen sich die Berater von Bay von den teilnehmenden, oft gut situierten Segler großes Interesse für die angebotenen Dienstleistungen.

Veteran HSH Nordbank...

...einer der Hauptsponsoren der Kieler Woche ist die HSH Nordbank, die bereits seit zwölf Jahren das Segelsportereignis vor Kiel unterstützt. Neben Logos und Bannern sorgen zudem zwei Boote des HSH Nordbank Repair Service für Präsenz auf dem Wasser.

...die Crewmitglieder

...der Boote helfen direkt auf den Regattabahnen, Seglern ihre beschädigten Jollen wieder flott für die nächste Wettfahrt zu machen. Neben dem Segelsport unterstützt die Landesbank auf regionaler Ebene noch das Laufevent HSH Nordbank Run und die Bewerbung Hamburgs als Olympia Austragungsort.

Die Messe boot Düsseldorf

... ist ebenfalls Sponsor nationaler Regatten wie der Kieler- und Travemünder Woche. Für die Messegesellschaft ist die Präsenz auf den Regatten während der aktiven Segelsaison eine Gelegenheit, auch außerhalb der Messezeit im Januar im Kontakt mit Ausstellern und Besuchern zu bleiben.

Also auf das, was Segeln in einer One-Design-Klasse so spannend macht: Herauszufinden, wer schneller ist. Wer die Tonnenrundung besser macht, auf der Kreuz auf die richtige Seite setzt und mit perfekten Manövern wichtige Sekunden Vorsprung ersegelt, gewinnt am Ende.

Die absolute Vergleichbarkeit der Boote ist nicht nur für Segler, sondern auch für Zuschauer interessant. Wer vorne ist, ist erster. Und so werden auch die Punkte nach den Regatten im Low Point System vergeben. Der Erste bekommt einen Punkt, der Zweite zwei und so fort. So wird beim Blick auf die Tabelle nach den einzelnen Segeltagen sofort klar, wer Spitzenreiter ist – und wer den Abstiegsrängen gefährlich nahe kommt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens ist die Liga den Kinderschuhen entwachsen und eine funktionierende Organisation geworden, bei der die Aufgabenbereiche klar verteilt sind. Die Hamburger Konzeptwerft ist für die Durchführung der Liga-Events zuständig.

Die Vereine stellen Segler, Begeisterung und ehrenamtliche Helfer und der Deutsche Segler Verband – ursprünglich nicht in den Aufbau der Liga involviert – schaffte vor rund einem Jahr die nötigen verbandsrechtlichen Voraussetzungen zur Verleihung des Meistertitels.

Die Regeln werden immer klarer ausgearbeitet und definiert, ein Wechsel der Segler von einem zum anderen Verein ist nicht mehr so leicht wie in den Vorjahren möglich. Und doch ist die Segel-Bundesliga, bei aller Begeisterung, die ihr von den Clubs und Seglern entgegengebracht wird, immer noch ein Spielfeld der Amateure. Anders als beim Fußball sind die Athleten der Segel-Bundesliga noch weit davon entfernt, für die Ausübung ihrer Sportart Geld zu bekommen oder gar zum Ende der Saison auf dem Transfermarkt angeboten zu werden.

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