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30.01.2008

15:39 Uhr

Segeln America's Cup

Magg: "Das entstandene Vakuum ist sehr groß"

Der Rechtsstreit zwischen Alinghi und BMW Oracle Racing und die damit verbundene Verschiebung des Cups trifft die Herausforderer hart: "Das entstandene Vakuum ist schon sehr groß", erklärt Eberhard Magg.

Die America's-Cup-Welt wartet auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs in New York - damit die Zukunft des ältesten Segelwettbewerbs der Welt endlich geklärt ist. Wie es mit dem deutschen Team weitergeht, hat Syndikatschef Michael Scheeren bereits erklärt. "Entgegen veröffentlichter Verlautbarungen spreche ich mich hiermit ganz klar gegen ein vorzeitiges Aus der deutschen Kampagne beim 33. America´s Cup aus."

Im Jahr 2008 sollen drei Sailing-Grand-Prix-Veranstaltungen mit den restlichen Challengern zusammen dafür Sorge tragen, dass das Team und die Sponsoren an Bord bleiben. Trotzdem sitzt der Stachel des Frusts tief beim deutschen Team: "Wir haben bis vor Weihnachten geglaubt, alles richtig gemacht zu haben. Umso schlimmer trifft uns, dass der ganze Vorsprung, den wir uns erarbeitet hatten, jetzt dahin ist", erklärte der Technische Leiter des Uitg, Eberhard Magg, auf der boot in Düsseldorf.

Die Vorbereitungen auf den 33. Cup liefen bereits nach dem frühzeitigen und enttäuschenden Aus in Valencia an. Mit der SUI 91 wurde ein fertiges Boot von Titelverteidiger Alinghi gekauft. In Skipper Karol Jablonski, Sportdirektor Jochen Schümann sowie Tim Kröger und Tony Kolb konnten namhafte Verpflichtungen bekannt gegeben werden. Und auch das neue Boot stand in den Startlöchern: "Wir hätten vor ein paar Tagen mit dem neuen Boot begonnen, alles war im Zeitplan. Im Team hat es ja einige Veränderungen gegeben. Es hat extrem viel Spaß gemacht, in den paar Monaten mit den Jungs zu arbeiten. Umso schlimmer ist, was dort passiert", so Magg weiter.

Kleines Fünkchen Hoffnung bleibt

Auch wenn es laut Magg "für uns emotional alle sehr schlimm ist" - ein kleines Fünkchen Hoffnung hat der 43-Jährige noch. "Im Moment ist der Funken Hoffnung, dass Alinghi vor Gericht doch noch die Oberhand gewinnt, denn man hat ein paar kleine Fehler in der Herausforderung der Amerikaner gefunden. Man hat das gut vorbereitet und die Engländer als Schattenmann vorbereitet, die eine weitere Deed of Challenge-Herausforderung abgegeben haben. Mit den Engländern und der Alinghi an einem Tisch ist es sicher möglich, ein akzeptables Protokoll zu kreieren."

Viel braucht es nicht, damit der Cup nicht endgültig ins Wasser fällt. In erster Linie müssen die Sponsoren an Bord bleiben. Mit einem verbindlichen Datum und einigen Aktionen auf dem Weg zum Cup wäre die Voraussetzung für die finanzielle und somit überlebenswichtige Unterstützung gegeben. Auch wenn dies gelänge, einige Schrammen hat der Cup abbekommen: "Ich glaube nicht, dass der America?s Cup das ohne Beschädigungen übersteht. Ganz Europa hat sich gefreut, dass der Cup endlich in Europa angekommen ist. Wir spüren jetzt überall die Zurückhaltung der Sponsoren. Das Vakuum, das entstanden ist, ist schon sehr groß. Da erfordert es viel Mut der Unternehmen, den Segelsport, der im Aufwind war, wieder in Fahrt zu bringen."

© SID

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