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16.06.2011

18:51 Uhr

Segelregatta-Sponsoring

America's Cup ohne deutsche Beteiligung

ExklusivIn den Vorjahren hatten BMW, Allianz und die Deutsche Telekom die traditionsreiche Segelregatta gesponsert. Diesmal beteiligen sie sich nicht.

Das Oracle Racing AC45 Segelschiff beim Americas Cup. Quelle: dapd

Das Oracle Racing AC45 Segelschiff beim Americas Cup.

DüsseldorfDie deutsche Wirtschaft hat von einem Engagement beim America’s Cup Abstand genommen. Bei der 34. Austragung der traditionsreichen Segelregatta werden die Sponsoren BMW, Allianz und Deutsche Telekom nicht mehr dabei sein, wie Sprecher der Unternehmen dem Handelsblatt sagten. Neue Werbepartner aus Deutschland haben die Veranstalter trotz tatkräftiger Unterstützung von Oracle-Chef Larry Ellison nicht für die Rennserie begeistern können, die von August dieses Jahres bis 2013 gehen wird. Bei der Regatta muss sich Oracle als letzter Sieger gegen neun Teams durchsetzen.

Der Autobauer BMW war beim 32. und 33. America’s Cup noch Co-Geldgeber der Oracle-Kampagne und die Telekom-Tochter T-Systems engagierte sich finanziell beim Team Shosholoza aus Südafrika. Millionen investierte auch der Versicherungskonzern Allianz. Ihren Rückzug begründen die Firmen damit, dass sie den Fokus ihres Sponsorings verlagert hätten. Die Allianz steckt ihr Geld wie die Telekom lieber in Fußball. BMW sieht mit dem Gewinn des letzten America’s Cup sein selbst gestecktes Ziel erreicht, wie eine Sprecherin sagte. Ende vergangenen Jahre wurde die Kooperation mit Oracle daher beendet. „Unser Schwerpunkt liegt auf anderen Bereichen wie dem Wintersport und den Olympischen Spielen.“

Der Schwenk weg vom America’s Cup dürfte auch andere Gründe haben. Nach dem 32. Wettbewerb klagte Oracle gegen den Gewinner Alinghi – aus Sicht vieler Beobachter ein unwürdiges Verhalten. Der Streit gipfelte darin, dass der 33. America’s Cup nur von Alinghi und dem damaligen Team BMW Oracle bestritten wurden; vor die Fernseher hat das nur wenige Zuschauer gelockt. „Das gerichtliche Hick-Hack hat dem Sport nicht gut getan“, sagte Ulrich Lacher, Geschäftsführer der Sport-Research-Beratung IFM International. Dabei sei das Interesse der Sponsoren nach dem 32. Wettbewerb sehr hoch gewesen. Der Wettstreit vor Valencia war ein voller Erfolg aus Sicht der Sponsoren. 2,8 Milliarden Menschen schalteten bei dem Ereignis insgesamt ein.

Abschreckend dürften beim 34. America’s Cup die hohen Kosten sein. Benötigten die Teams zuletzt noch einen zweistelligen Millionenetat, so sind es bei der Neuauflage nun über 100 Millionen Euro, wie ein Insider schätzt. Wer Sponsorpartner werden wolle, müsse mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe rechnen, sagte Lacher.

Von

mur

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