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28.01.2007

11:13 Uhr

Showdown am ersten Sonntag im Februar

Indianapolis erstmals im Superbowl-Finale

Für die einen war es ein historisches Ereignis, für die anderen ein Erfolgserlebnis, das es zuletzt vor 21 Jahren gegeben hat. Die Indianapolis Colts und die Chicago Bears haben am Sonntag (Ortszeit) den Superbowl erreicht und spielen am 4. Februar in Miami um die Krone der amerikanischen Football League NFL.

HB BOSTON. Die Colts stehen nach dem 38:34-Heimsieg im prestigeträchtigen Duell gegen die New England Patriots erstmals in der Clubgeschichte im Endspiel. Die Chicago Bears, die die New Orleans Saints mit 39:14 besiegten, waren 1986 zum letzten Mal beim großen Showdown dabei und gewannen damals den Titel. „Dass wir dieses Spiel noch gedreht haben, ist unglaublich. Wir lagen so weit zurück. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir grandios gespielt und jetzt endlich den Superbowl erreicht“, jubelte Colts-Quarterback Peyton Manning.

Der 30-Jährige saß eine Minute vor Schluss auf der Bank, hatte seine Hände zum Gebet gefaltet und den Kopf stur nach unten gerichtet: Er konnte nicht mehr hinsehen. Runningback Joseph Addai hatte soeben mit einem Touchdown das 38:34 erzielt und Indianapolis erstmals in Führung gebracht. Doch noch fehlten Manning und seinen Colts, die nach knapp 20 Minuten schon mit 3:21 zurücklagen, diese 60 Sekunden zum großen Glück. Denn die Patriots, die 2004 und 2005 Indianapolis auf dem Weg zu ihren Superbowl-Triumphen aus den Playoffs warfen, hatten Ballbesitz.

Tom Brady, der mit 12:1-Siegen die beste Playoff-Bilanz aller Quarterbacks in der NFL-Geschichte hat, machte sich mit seinen Patriots bereit zum letzten Angriff. Eine Woche zuvor hatten die „Pats“ in San Diego, beim besten Team der Vorrunde, im Schlussviertel ebenfalls zurückgelegen und Dank Brady dennoch gewonnen. Doch diesmal verließ den Mann, der in Momenten wie diesem immer den entscheidenden Pass geworfen und so drei Superbowls gewonnen hatte, die Präzision. Marlin Jackson fing Bradys Versuch 18 Sekunden vor dem Ende ab, Indianapolis war in Ballbesitz und im Finale.

Für die Stadt und den Verein ist dies der größte Erfolg, den es je gab. Und Manning, der seit Jahren zu den besten Quarterbacks der Liga gehört, aber immer in den Playoffs gescheitert war, hat nun die Chance auf seinen ersten Titel. „Ich bin so stolz auf mein Team. Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir trotz des 6:21-Rückstandes noch eine Chance haben, wenn wir keine Fehler mehr machen“, sagte Colts-Coach Tony Dungy. Sein Team blieb nahezu fehlerfrei und kam nach dem Wechsel innerhalb von elf Minuten zum 21:21-Ausgleich. „Indianapolis hat in der zweiten Halbzeit einfach mehr getan als wir. Deshalb sind sie im Finale und wir nicht“, meinte Patriots-Trainer Bill Belichick, dessen Team zum sechsten Mal im Halbfinale stand und dabei erstmals verlor.

Nicht ganz so spannend war das zweite Semifinale zwischen den Chicago Bears und den New Orleans Saints. Bei Minusgraden und leichtem Schneetreiben entschieden die Gastgeber die Partie zu Beginn des Schlussviertels für sich, als ihnen bei einer 18:14-Führung innerhalb von drei Minuten zwei Touchdonws gelangen.

Für die New Orleans Saints, die erstmals in einem Halbfinale standen, ist eine Saison voller Sympathien beendet. „Diese Niederlage wird noch einige Tage wehtun, dann ist es vorbei. Die Schmerzen in unserer Stadt hingegen werden noch länger anhalten“, sagte Saints- Trainer Sean Payton in Anspielung auf den Hurrikan Katrina, der im Herbst 2005 viele Teile von New Orleans zerstört hatte.

Von einem großen Spiel seines Teams sprach Chicagos Quarterback Rex Grossmann. „Aber zu unserem großen Ziel fehlt noch ein weiterer Sieg“, so der 26-Jährige. Im Superbowl stehen sich mit Bears-Trainer Lovie Smith und Colts-Coach Tony Dungy zwei Freunde gegenüber. Und beide werden am 4. Februar in Miami NFL-Geschichte schreiben. Denn noch nie zuvor hat ein Farbiger ein Team zum Superbowl geführt.

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