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26.01.2007

16:19 Uhr

Skeleton WM

Skeleton-Frauen verpatzen WM - Kleber überzeugt

Bei der Skeleton-WM in St. Moritz darf sich Frank Kleber als Fünfter nach zwei Durchgängen Hoffnungen auf eine Medaille machen. Die deutschen Skeleton-Frauen enttäuschten hingegen.

Während die deutschen Skeleton-Pilotinnen das schlechteste WM-Abschneiden der Geschichte ablieferten, kann sich Frank Kleber in St. Moritz bei Halbzeit überraschend noch Hoffnungen auf Bronze machen. Der 25-Jährige aus München ist vor den beiden Finalläufen am Samstag Fünfter. Monique Riekewald (Oberhof), Anja Huber (Berchtesgaden) und Kerstin Jürgens (Winterberg) ließen nach den enttäuschenden Rängen 14 bis 16 den Tränen freien Lauf. Die US-Amerikanerin Noelle Pikus-Pace gewann erstmals den Titel, für Huber war die Extra-Medaille für die beste Startleistung auch kein Trost.

Mentale Aufbauarbeit gefordert

"Bier reicht da jetzt nicht. Ich muss wohl richtig einen Trinken und nachdenken, wie es überhaupt weitergeht", sagte Riekewald. Jürgens will mit einem Psychologen zusammenarbeiten. "Lächerlich, was wir geboten haben. Die anderen lachen sich kaputt, dass wir zu blöd zum Fahren sind", meinte sie. "Start-Weltmeisterin" und -Rekordlerin Huber, in allen vier Läufen auf den ersten Metern vorn, ärgerte sich: "Wir sind eigentlich nicht hier, damit der Bus voll wird. Das war unteres Mittelmaß." Schon am Halbzeit-Abend hatten Huber und Jürgens den Ärger mit Bier heruntergespült, nach der Pleite sollten es einige Gläschen mehr werden.

Das bisher schwächste Resultat hatte es für das Frauen-Team 2003 in Nagano gegeben, als die derzeit nach der Geburt ihres Kindes pausierende Diana Sartor Sechste wurde. Für die Heim-WM 2008 in Altenberg plant die Olympiavierte ein Comeback. Pikus-Pace setzte sich vor Olympiasiegerin Maya Pedersen (1,56 Sekunden zurück) aus der Schweiz und ihrer Landsfrau Katie Uhlaender (1,72) durch, Riekewald lag über sechs Sekunden zurück.

Kleber mit Medaillenchance

Einzig Klebers Leistung hellte die Miene von Neu-Bundestrainer Bernhard Lehmann ein wenig auf. "Ich will noch so weit wie möglich nach vorn, will mich jetzt aber nicht verrückt machen", sagte der frühere Junioren-Weltmeister. Zu Spitzenreiter Gregor Stähli aus der Schweiz fehlen ihm 1,40 Sekunden, zum Bronzerang 0,62 Sekunden. Der Olympiadritte Stähli führt vor den US-Amerikanern Eric Bernotas (0,62 Sekunden zurück) und Zach Lund (0,78).

Kleber, als Fliesenleger nur Skeleton-Halbprofi, wollte am Abend bei einem Bierchen ein wenig entspannen und sich wie üblich noch um die Kufen kümmern. Am heimischen Königssee hatte er 2004 schon einmal Bronze geholt. Diesmal erhielt er den einzigen deutschen Startplatz, weil Matthias Biedermann aus Altenberg wegen Bandscheiben-Problemen passen musste.

Bernhard Lehmann, erst nach den Winterspielen von Turin für Jens Müller ins Bundestrainer-Amt gerückt, war nach den schwachen Auftritten der Frauen sauer, sieht aber grundlegende Probleme. "Wir dürfen nicht nach dem Zufallsprinzip Athleten für Skeleton nehmen, sondern müssen zielgerichtet ein paar junge Leute auswählen und mit denen arbeiten", meinte er. Das Grundlagentraining müsse intensiviert, das Lenken und Fahrverhalten automatisiert werden: "Wir müssen üben."

© SID

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